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Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe: NABU-Kampagne geht weiter

Donnerstag, 25. August 2011 - Protestaktion des NABU am Hamburger Hafen – Umweltschutzorganisation bezeichnet Traumschiff „MS Deutschland“ als Umweltalptraum

Mit einer Protestaktion am Hamburger Kreuzfahrtterminal hat der NABU seine Kampagne „Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ fortgesetzt. Vor dem dort ankernden „Traumschiff“ MS Deutschland protestierten Umweltschützer mit Atemschutzmasken und einem plakativ rauchenden Schiffsschornstein dagegen, dass auch das bekannteste deutsche Kreuzfahrtschiff auf hoher See mit giftigem Schweröl fährt und ohne Rußpartikelfilter die Umwelt verpestet.

Schmutzige Kreuzfahrten: Schädlich für Klima und Gesundheit

Die MS Deutschland sei Symbol für den Traumurlaub auf See – aber die Abgase des Ozeanriesens seien ein Alptraum für die Umwelt, so Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg. Denn zur Gewinnmaximierung würden Kreuzfahrtreeder wie Deilmann, zu der die MS Deutschland gehört, aber auch stark wachsende Kreuzfahrtanbieter wie AIDA und TUI Cruises nicht etwa mit vergleichsweise sauberem Schiffsdiesel fahren, sondern mit dem billigsten und giftigsten aller Treibstoffe, nämlich Schweröl. Während Pkw-Diesel nur einen Schwefelgehalt von 0.001Prozent enthalten darf, dürfen Luxusliner wie AIDA Luna, Mein Schiff, sowie die MS Deutschland mit Schweröl fahren, das einen Schwefelanteil von bis zu 4.5 Prozent hat – also dem 4.500fachen dessen, was an Land erlaubt ist.

„Es ist eine Irreführung der Kunden, wenn etwa die Deilmann-Reederei auf ihrer Internetseite den „Respekt vor der Natur“ betont, ihre Schiffe aber tatsächlich mit giftigem Schweröl fahren und keinerlei System zur Abgasnachbehandlung haben“, kritisierte NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Der hohe Schwefelanteil des Schweröls und fehlende Rußfilter führten dazu, dass etwa die MS Deutschland auf großer Fahrt nicht nur das Klima schädige, sondern auch die Gesundheit der Menschen gefährde.

Ein Kreuzfahrtschiff emittiert so viele Schadstoffe wie 5 Millionen Autos

Tatsächlich ist die Schifffahrt in Europa mittlerweile der größte Verursacher von Schwefelemissionen. „Die Kreuzfahrtschiffe verbergen ihr zum Himmel stinkendes Umweltproblem hinter ihrer strahlend weißen Fassade”, erklärte Oeliger. Im Animationsfilm des NABU „Schwarze Brise“ werde die traurige Wirklichkeit gezeigt. Der Film illustriere drastisch, dass ein einziges Kreuzfahrtsschiff so viele Schadstoffe ausstoße wie 5 Millionen Autos.

Der NABU forderte die Reedereien auf, ab sofort auf die Verwendung von Schweröl zu verzichten. Insbesondere nördlich des 40. Breitengrades sei diese Maßnahme dringend nötig, denn die Auswirkungen der Rußpartikel auf das Arktis- und Grönlandeis seien besonders gravierend und verstärkten das fatale Abschmelzen des Eises. Zugleich müssten alle neugebauten Kreuzfahrtschiffe mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet werden.

Hier können Sie sich den Kurzfilm „Schwarze Brise“ anschauen.

Hier erfahren Sie mehr zur Klima- und Umweltverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe und Maßnahmen, die Abhilfe schaffen können.