Wasser sparen im Haushalt – Senkt die Kosten und hilft der Umwelt
Duschen, Baden, Zähneputzen – für viele alltägliche Tätigkeiten benötigen wir Wasser. Privathaushalte sind nach der Landwirtschaft und der Industrie die drittgrößte Verbrauchergruppe, die ihren Wasserkonsum jedoch am einfachsten direkt beeinflussen kann. Wir geben Tipps zum richtigen Umgang mit der Lebensquelle Nummer Eins.
„Wasserverbrauch ist nichts schlechtes, sondern ein natürlicher Vorgang. Es kommt aber immer darauf an, wann, wo und wie viel Wasser aus der Natur entnommen wird“, kommentiert Martin Geiger, Leiter des Bereichs Süßwasser beim WWF Deutschland, Anfang August eine Studie seiner Organisation zum Wasser-Fußabdruck Deutschlands. Darin haben die Umweltschützer herausgefunden, dass Deutschland einen jährlichen Wasser-Fußabdruck von 159,5 Mrd. Kubikmeter aufweist. Dieser „Fußabdruck“ berücksichtigt nicht nur den tatsächlichen Wasserverbrauch eines jeden Menschen, sondern beinhaltet auch „virtuelles Wasser“ – eingesetzt für die Produktion von Lebensmitteln wie Fleisch, Kaffee und Obst, aber auch aller anderen Industrie- und Konsumgüter.
Beim Kauf eines neuen Pullovers sind sich Konsumenten oftmals nicht bewusst, wie viel Wasser für dessen Herstellung benötigt wurde. Seine verarbeitete Baumwolle wird generell in sonnigen Klimazonen angebaut und mit viel Wassereinsatz gepflegt – um hier tatsächlich umweltfreundlich zu handeln, bliebe nur der Kaufverzicht. Doch Menschen brauchen Kleidung genauso wie Lebensmittel. Deshalb ist es in erster Linie wichtig, sich über Ressourceneinsatz und Transportbedingungen bei der Textilherstellung zu informieren und besonders klimaschädliche Produkte zu meiden. Der persönliche Konsum oder eben Nicht-Konsum ist die effektivste Möglichkeit, Hersteller zum Umdenken zu bewegen. Gleiches gilt für Obst, Gemüse, Wein und viele andere Lebensmittel.
Der unsichtbare Wasserverbrauch – eine wichtige Messegröße des „Ökologischen Rucksack“-Ansatzes zur Bestimmung der Umweltbelastung von Produkten – ist das Eine, der tatsächlich verursachte das Andere. Diesen kann man mit einfachsten Mitteln direkt beeinflussen. Und viele Deutsche versuchen seit Jahren, so viel Wasser wie möglich einzusparen: aus Kostengründen und der Umwelt zuliebe. Die selbst auferlegten Sparregeln im Alltag haben Erfolg, denn statistisch gesehen haben sie in den vergangenen 20 Jahren ihren Pro-Kopf-Verbrauch um täglich rund 20 Liter senken können.
Im Badezimmer: Wassersparen beginnt bereits nach dem Aufstehen
Trinkwasser ist ein wertvolles Gut, mit dem man sehr sparsam umgehen sollte. Unsere Gewohnheiten stehen diesem Wissen manchmal entgegen, das wir uns jeden Morgen zuerst im Badezimmer in Erinnerung rufen sollten. Klar, Hygiene ist wichtig, deshalb ist tägliches Duschen völlig in Ordnung. Lieber einmal mehr duschen als zu viel Baden, denn ein Vollbad benötigt nicht nur Unmengen mehr Zeit, sondern auch mindestens doppelt soviel Wasser wie fünfminütiges Duschen. Normalerweise ebenso eine Selbstverständlichkeit ist mehrmaliges Zähneputzen am Tag, wofür neben der Zahnbürste ein Becher das perfekte Utensil ist, um Wasser für die Mundspülung zu sammeln. Zähneputzen unter laufendem Wasserhahn lässt sich somit wirklich kinderleicht vermeiden.

Mit tropfenden Wasserhähnen wird literweise natürliches Trinkwasser verschwendet.
Kein Problem für Sie? Gut. Aber was ist mit Händewaschen? Im Gegensatz zum Zähneputzen verursacht der Vorschlag, beim Händewaschen das Wasser nach dem Einseifen kurzzeitig abzudrehen, oftmals Stirnrunzeln. Auch wenn die Zeitspanne des Händewaschens vergleichsweise kurz ist, bleibt die Frage berechtigt: Wie viele Menschen waschen sich wie oft am Tag die Hände unter dem laufenden Wasserhahn? Mit einer kleinen Verhaltensumstellung ließen sich so ebenfalls Tausende Liter pro Tag sparen. Kleiner Tipp: Füllen Sie das Waschbecken mit ausreichend Wasser und waschen Sie dann gründlich Ihre Hände. Gleiches gilt für Nassrasuren: Lieber Spülbecken auffüllen statt Hahn laufen lassen.
Wasserhähne fühlen sich trocken sowieso am wohlsten. Geschätzte 15 Liter tropfen stündlich durch einen undichten Wasserhahn. Das ist ein Durchschnittswert, die tatsächliche Menge an verschenktem Trinkwasser kann also niedriger oder bedeutend höher ausfallen. Wenn ihr Hahn also tropfen sollte, besorgen Sie sich eine neue Dichtung, die kostet nicht viel Geld. Gleiches gilt für defekte Toilettenspülungen und undichte Spülkästen. Hier ist die Wassermenge mit 25 Litern pro Stunde sogar noch wesentlich höher. Falls Ihr Spülkasten dicht und vollkommen funktionsfähig sein sollte, dann bleibt nur daran zu erinnern, stets die mittlerweile standardmäßig eingebaute Stopptaste zu betätigen. Damit verbrauchen Sie in der Regel nur die Hälfte an Wasser im Vergleich zu früher gebräuchlichen Druckspülern ohne Stopptaste.
Küche und Garten: Gesund essen und wassersparend reinigen
Bei Lebensmitteln wie Obst und Gemüse achten wir bereits verstärkt auf die Qualität und Nachhaltigkeit ihrer Anbauweise. Den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft vergessen wir dabei oft. Deshalb besser darauf achten, wo die Lebensmittel hergestellt werden – am besten regionalen Produkten den Vorzug geben – und diese nicht durch zu lange oder falsche Lagerung in der Küche schlecht werden lassen. Beim Kochen mit Wasser entweder Deckel auf den Topf, das spart Strom, oder das Wasser gleich im Wasserkocher aufkochen. Nach dem Essen gilt es, das benutzte Geschirr wieder sauber zu kriegen. Dafür befinden sich in vielen Haushalten mittlerweile Geschirrspülmaschinen. Achten Sie bei der Anschaffung solcher Geräte stets auf deren Energieeffizienz und ihren Wasserverbrauch. Sie sparen dadurch jährlich bares Geld. Und natürlich gilt: Das Gerät erst anschalten, wenn es genug benutztes Geschirr enthält und somit eine optimale Auslastung gewährleistet ist. Kleinere Mengen lassen sich direkt und schneller im Spülbecken säubern. Dabei daran denken: Nicht unter dem fließenden Wasserhahn spülen!
Großes Sparpotenzial bietet auch jeder Garten. Das meiste Wasser verbrauchen Gärtner beim Pflegen ihrer Gartenbeete und des Rasens. Blumenrabatten und Beete sollte man erst gießen, wenn der Boden in mehr als einem Dezimeter Tiefe trocken ist. Die Pflanzen werden so gleichzeitig widerstandsfähiger, da ihre Wurzeln tiefer in den Boden wachsen. Was den Rasen angeht, so sollte man ihn nicht zu kurz schneiden. Das Bewässern sollte in den Morgen- und Abendstunden erfolgen, damit große Mengen Wasser nicht einfach verdunsten. Wo das Wasser bestenfalls herkommt, ist auch klar: Aus der Regentonne. Regenwasser zu sammeln sollte für Gärtner eine Selbstverständlichkeit sein – leichter lässt sich das Wasser gar nicht in den Naturkreislauf zurückführen. Bei regelmäßiger Rasensprengung lohnt es sich ferner eine Sprengwasseruhr einzubauen, womit man zudem Abwassergebühren spart. Kontrollieren Sie auch Ihren Gartenschlauch auf kleinste Löcher und verzichten Sie auf seinen Einsatz beim Autowaschen – hier eignet sich ein Eimer besser. Falls Sie ihren Wagen in einer Waschanlage reinigen lassen wollen, wählen Sie eine mit dem „Blauen Engel“. In diesen Anlagen wird das Waschwasser mehr als einmal benutzt.
Kurz & knapp
Dem unsichtbaren Wasserverbrauch für Produkte beizukommen ist schweirig, selbst im Haushalt Wasser zu sparen jedoch kinderleicht.
In der Küche und vor allem im Badezimmer verbraucht der Mensch täglich literweise kostbares Trinkwasser.
Gartenbeete und Rasenflächen sollten unbedingt mit aufgefangenem Regenwasser gesprengt werden. Für die Autowäsche eignet sich ein Eimer statt der Gartenschlauch.
Weiterführende Links
Energiesparen im Haushalt: Spar-Investitionen – Investieren und dann Wassersparen
Kurioser Wasserspartipp aus Brasilien



Wasser sparen in Bad und Küche leicht gemacht 









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