Die Netzparität ist ein Begriff aus dem Strombereich, der eine “Gleichheit” zwischen Strom aus regenerativen Energiequellen und Strom aus konventionellen Energiequellen beschreibt. Gleich soll hierbei vor allem ein finanzielles Kriterium sein: die Kosten bzw. der Preis. Heutzutage ist die Erzeugung von elektrischer Energie aus endlichen fossilen Brennstoffen in der Regel deutlich billiger, als die nachhaltige und umweltfreundliche Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen. Durch Fortschritte in der Forschung sowie durch größere Stückzahlen in der Produktion von Wind- und Photovoltaik-Anlagen wird die Erzeugung von Strom aus regenerativen Energiequellen – Ökostrom – jedoch ständig günstiger. Die Differenz zwischen Ökostrom und Normalstrom verringert sich also bei den Erzeugungskosten laufend. Wenn Grünstrom und Graustrom “gleich teuer” sind, spricht man von Netzparität.
Bedeutet Netzparität nun für Sie als privater Konsument, dass Ökostrom genauso teuer ist wie Normalstrom? Klare Antwort: Jaein. In der Tat geht es bei der Netzparität um den Preis, allerdings in erster Linie nicht (direkt) um den Endkundenpreis, sondern um die Kosten der Stromerzeugung. Je nach Perspektive bezieht sich der Begriff auf die Erzeugungskosten oder den Endnutzerpreis und beschreibt also eine Kosten- bzw. Preisgleichheit von Strom im Stromnetz.
Netzparität bedeutet, dass Erzeugungskosten für Grünstrom und Graustrom gleich günstig sind
Netzparität ist ein Fachbegriff aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Er bezeichnet in der Regel den Moment, ab dem die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen genauso günstig ist wie aus konventionellen Energiequellen. Der einfache Preisvergleich findet am besten durch den Vergleich der Strompreise an der Leipziger Strombörse, der European Energy Exchange (EEX), statt.
An der EEX kostete Strom im Jahr 2009 etwa zwischen 3 und 5 Cent je kWh (in Spitzen kurzzeitig aber auch bis zu 12 Cent). Nach Einschätzung der Branche wird die Netzparität bspw. bei Photovoltaik in den nächsten Jahren erreicht werden. Um die Erzeugung von CO2-neutralem Ökostrom schon heute wettbewerbsfähig zu machen und dadurch schnelle Verbesserungen der Technologien und Produktionsmöglichkeiten zu erreichen, werden Erneuerbare Energien heute durch verschiedene Subventionen gefördert.
Netzparität für Privathaushalte durch den Preisverfall bei Solaranlagen und EEG bereits erreicht
Verwendet man den Begriff Netzparität aus Verbrauchersicht, ist diese bereits dann erreicht, wenn die Kosten für selbsterzeugten Strom (bspw. durch die Solaranlage auf dem heimischen Dach) nicht höher sind als der Preis je kWh beim Stromeinkauf von einem Netzbetreiber.
Dieser Punkt scheint durch den starken Preisverfall für neue PV-Anlagen im Jahr 2009 erreicht worden zu sein: Nach einer groben Überschlagsrechnung kann man davon ausgehen, dass bei Strompreisen im Privathaushalt von rund 20 Cent je kWh für Normalstrom bzw. Graustrom die Netzparität dann erreicht wäre, wenn Solarzellen zwischen 2.400 und 2.600 Euro pro Kilowatt Spitzenleistung kosten würden. Dieser niedrige Preispunkt ist 2009 nach Recherchen der Wirtschaftswoche bereits erreicht worden.
Zusätzlich macht auch im Privathaushalt eine staatliche Förderung die dezentrale Erzeugung von Strom aus regenerativen Energiequellen finanziell interessant: Das Erneuerbare Energie Gesetz (EEG) garantiert Privathaushalten je Kilowattstunde Ökostrom aus “privater” Erzeugung bspw. durch Photovoltaik einen festgelegten Preis, der deutlich über dem Stromtarif der Energieversorger liegt.
Netzparität berücksichtigt externe Kosten ebensowenig wie Regelkosten
Als kleiner Exkurs sei hier noch vermerkt, dass das Konzept der Netzparität einige Kostenfaktoren außer Acht lässt. So wird beim Vergleich mit den heutigen Stromkosten nicht berücksichtigt, dass bei der Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen enorme externe Kosten anfallen, die nicht im Strompreis enthalten sind. Bei der Ökostrom-Erzeugung sind diese externen Kosten in der Regel deutlich niedriger.
Aber auch beim grünem Strom müssen auf der Kostenseite mehr Faktoren berücksichtigt werden, als auf den ersten Blick sichtbar. Die Erzeugung von Strom aus natürlichen regenerativen Energiequellen unterliegt teilweise starken Schwankungen, etwa durch Veränderungen der Windstärke oder der Intensität der Sonneneinstrahlung. Um diese Schwankungen ausgleichen zu können, müssen Kraftwerkskapazitäten bereitgestellt werden, die bei plötzlichen Veränderungen der Strom-Nachfrage oder des Ökostrom-Angebots an- oder abgeschaltet werden können. Die Kosten hierfür sind Teil der sogenannten Regelkosten.

Wie funktioniert eigentlich eine Solaranlage? – Teil 2 










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