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Energieeffizient bauen: Was muss ich als Hausbesitzer beachten?

Energieeffizient bauen: Was muss ich als Hausbesitzer beachten? Beim Hausbau müssen Eigentümer bestimmte gesetzliche Energieeffizienz-Vorgaben umsetzen. Aber was bedeutet das konkret? Auf welchen Gesetzen basieren sie? Und welche Förderung kann ich als (zukünftiger) Hausbesitzer beantragen?

 

Um die CO2-Emissionen des Gebäudebestands deutlich zu senken und den Geldbeutel der Verbraucher angesichts stetig steigender Nebenkosten zu entlasten, sind auf europäischer und nationaler Ebene verschiedene Gesetze beschlossen worden. Viele davon sind für Sie persönlich relevant, wenn Sie gerade ein Haus bauen oder umfassend renovieren. Wir stellen Ihnen diese Gesetze vor und zeigen Ihnen, was sie für Sie bedeuten.

Energieeffizienz im Eigenheim: Welche Gesetze sind für Hausbesitzer relevant?

1. Die Energieeinsparverordnung (EnEV)

Ziel der Energieeinsparverordnung “EnEV” ist, den Primärenergiebedarf von Altbauten sowie neu errichteten Gebäuden deutlich zu senken. Laut Deutscher Energie-Agentur regelt die EnEV dabei folgende Bereiche: Energieausweise für Gebäude (Bestand und Neubau), energetische Mindestanforderungen für Neubauten sowie für Modernisierung, Umbau, Ausbau und Erweiterung bestehender Gebäude, Mindestanforderungen für Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie Warmwasserversorgung, die energetische Inspektion von Klimaanlagen und Ordnungswidrigkeiten.

Die Verordnung gilt sowohl für beheizte als auch gekühlte Gebäude bzw. Gebäudeteile. Für Gebäude, die nicht regelmäßig geheizt oder gekühlt werden (bspw. Ferienhäuser) gibt es Sonderreglungen, ebenso gelten für Gebäude, die nur für spezielle Zwecke genutzt werden (etwa Gewächshäuser) oder solche, die nur kurzzeitig errichtet werden (u.a. Zelte) solche Ausnahmeregelungen.

Basis für die EnEV ist das Energieeinsparungsgesetz (EnEG), welches die Bundesregierung ermächtigt, Verordnungen zu erlassen, die den Energieverbrauch in Gebäuden senken sollen. Die erste Fassung der EnEV trat am 1. Februar 2002 in Kraft und mit jeder Novelle der EnEV gelten höhere Effizienzstandards. So wurde mit der EnEV2007 z.B. die Einführung von Energieausweisen für Bestandsgebäude verpflichtend und mit der aktuell geltenden EnEV 2009 etwa die Verschärfung der Gesamtenergieeffizienz bei Neubauten um rund 30 Prozent.

In der ersten Jahreshälfte 2012 muss die Bundesregierung nach europäischem Recht die EnEV 2009 novellieren, die voraussichtlich 2013 durch die EnEV 2012 ersetzt wird. Ab dem Jahr 2021 dürfen dann z.B. nur noch Wohngebäude mit Passiv- oder Nullenergiehaus-Standard gebaut werden, für öffentliche Gebäude gilt dies schon ab 2019.

2. Die Europäische Gebäude-Richtlinie (EPBD)

Mit der EnEV wurde die europäische Gebäude-Richtlinie in Deutschland umgesetzt. Auch die EPBD ist im Laufe der Jahre novelliert worden, zuletzt 2010. Bis Juli 2012 muss sie in nationales Recht umgesetzt werden. Die novellierte Richtlinie sieht u.a. vor, dass Käufer oder Mieter nach Abschluss des Kauf- bzw. Mietvertrages einen Energieausweis vorgelegt bekommen müssen. In öffentlichen Gebäuden mit regelmäßigem Publikumsverkehr und Nutzflächen, die 500 Quadratmeter (früher 1000 m²) übersteigen, muss solch ein Energieausweis öffentlich ausgehangen werden. Die Vorschrift, dass neue Gebäude in Deutschland spätestens ab 2021 kaum noch Energie verbrauchen sollen, basiert ebenfalls auf der europäischen Gebäude-Richtlinie.

3. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Mit dem zum 1. Januar 2009 erlassenen Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz sollen vermehrt erneuerbare Energien sowohl in puncto Wärme (Heizung, Warmwasser) als auch Kälte im Gebäudebereich zum Einsatz kommen. Obwohl eigentlich der Wärme- bzw. Kältebedarf zu einem bestimmten Teil aus regenerativer Energie gedeckt werden sollte, sind auch sogenannte Ersatzmaßnahmen möglich. Hierunter fallen z.B. der Einsatz von KWK-Anlagen, eine besonders energetische Wärmedämmung oder die Nutzung von Nah- bzw. Fernwärme. Seit 1. Mai 2011 gilt diese Regelung auch für öffentliche Gebäude, die in diesem Zusammenhang eine Vorbildfunktion übernehmen sollen.

Alle neu errichteten Gebäude, die nach dem 1.1.2009 fertiggestellt worden sind und die länger als vier Monate im Jahr genutzt werden, unterliegen dem EEWärmeG. Wurde ein Bauantrag oder eine Bauanzeige vor dem 1.1.2009 gestellt, sind die Eigentümer nicht verpflichtet, erneuerbare Energien einzusetzen oder Ersatzmaßnahmen durchzuführen. Achtung: Auch wenn der Bauantrag nach dem 1. Januar 2009 wesentlich geändert wurde, fällt Ihr Gebäude unter das EEWärmeG!

Mit dem EEWärmeG soll der Einsatz an erneuerbaren Energien im Wärmebereich, der 2010 knapp 10 Prozent betrug, kontinuierlich erhöht (auf 14 Prozent bis 2020) und gleichzeitig die CO2-Emissionen des Gebäudebestandes gesenkt werden. Zudem wird damit angestrebt, Deutschland unabhängiger von Energieimporten zu machen.

Das Gesetz sieht weiterhin die finanzielle Förderung des Einsatzes erneuerbarer Energien im Wärme- und Kältebereich vor. So werden etwa Hausbesitzer belohnt, wenn sie erneuerbare Energien nutzen. Auch eine Übererfüllung wird belohnt: Wer mehr regenerative Energien als vorgeschrieben nutzt oder besonders innovative Technologien einsetzt, profitiert von zusätzlichen Fördergeldern.

Erneuerbare Wärme, Dämmung und Co.: Die wichtigsten Fakten

1. Wärme- bzw. Kältebedarf aus erneuerbaren Energien decken

Das EEWärmeG definiert den Wärmeenergiebedarf eines Gebäudes als „die zur Deckung des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasserbereitung sowie des Kältebedarfs für Kühlung, jeweils einschließlich der Aufwände für Übergabe, Verteilung und Speicherung jährlich benötigte Wärmemenge.“

Der Wärmeenergiebedarf kann mit unterschiedlichen erneuerbaren Energien gedeckt werden, für die jeweils bestimmte Mindestwerte gelten. So müssen beim Einsatz von Solarthermie pro m² beheizter Nutzfläche mindestens 0,04 m² an Solarkollektor-Fläche vorhanden sein (für Gebäude mit höchstens zwei Wohnungen).

Wollen Sie als Eigentümer auf Geothermie und Umweltwärme setzen, müssen Sie Ihren Wärmebedarf zu mindesten 50 Prozent daraus decken. Entscheiden Sie sich für feste Biomasse (Holzpellets, Holzhackschnitzel, Scheitholz) müssen Sie ebenfalls mindestens die Hälfte Ihres Wärmebedarfs damit decken. Sie heizen lieber mit Biogas? Auch das ist möglich, allerdings nur, wenn Sie eine KWK-Anlage nutzen, die mindestens 10 Prozent Primärenergie einspart und mindestens 30 Prozent ihrer Wärme aus Biogas beziehen. Des Weiteren darf nur Biogas verwendet werden, das bestimmte Anforderungen an die Nachhaltigkeit erfüllt. Auch mit Pflanzenöl (flüssige Biomasse) dürfen Sie erneuerbare Wärme erzeugen. Achtung: Mindestens 50 Prozent der Wärme muss aus Bioöl gewonnen werden, das über einen Nachhaltigkeitsnachweis verfügt.

Sie können den Einsatz unterschiedlicher erneuerbarer Energieträger miteinander kombinieren, jedoch nur so, dass die Nutzungspflicht vollständig erfüllt wird, d.h. die Summe der Pflichterfüllungen aus allen Maßnahmen mindestens 100 Prozent ergibt. Hier ein Beispiel: Sie decken Ihren Wärmeenergiebedarf nur zu 25 Prozent (statt 50 Prozent) aus Geothermie, dann müssen Sie die ausstehenden 50 Prozent aus einer anderen erneuerbaren Wärmequelle decken, etwa indem Sie 25 Prozent Pflanzenöl verwenden (statt der 50 Prozent, für den Fall, dass Sie ausschließlich auf Pflanzenöl setzen).

Grundsätzlich schreibt das Gesetz vor, besonders effiziente Wärme-Technik zu verwenden, um CO2- und Energie-Bilanz noch weiter zu optimieren.

2. Ersatzmaßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz

Das Wärmegesetz geht davon aus, dass nicht für jeden Eigentümer der Einsatz erneuerbarer Energie sinnvoll ist, z.B. aus finanziellen Gründen. Daher können stattdessen sogenannte Ersatzmaßnahmen durchgeführt werden, die ähnlich wie der Einsatz erneuerbarer Energien zum Klimaschutz beitragen. Dies kann z.B. die Nutzung von Abwärme, eine effizientere Dämmung oder der Anschluss an die Nah- oder Fernwärmeversorgung sein.

Ist es für den Eigentümer technisch unmöglich oder finanziell unzumutbar, kann er von der Nutzungspflicht befreit werden. Hierzu ist ein Antrag bei der zuständigen Behörde zu stellen.

3. Gut zu wissen: Nachweise und Ordnungswidrigkeiten

Wenn für Ihr Gebäude das EEWärmeG gilt, müssen Sie bei der zuständigen Behörde nachweisen, dass Energieeffizienz-Maßnahmen wie im Gesetz gefordert umgesetzt wurden. Die Nachweise sind mindestens 5 Jahre lang aufzubewahren, falls Sie flüssige oder gasförmige Biomasse zur Wärmeerzeugung verwenden sogar 15 Jahre. Sie können von allen Personen ausgestellt werden, die laut Gesetz als sachkundig gelten. Dies sind je nach Ausbildung oder Weiterbildungsmaßnahmen etwa Architekten, Elektrotechniker oder Schornsteinfeger.

Sollte Sie dem nicht nachkommen oder auf Nachweisen falsche oder unvollständige Angaben machen, droht Ihnen ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Stellt sich heraus, dass Sie nur leicht fahrlässig gehandelt haben, müssen Sie allerdings in der Regel kein Bußgeld zahlen, sondern lediglich bestimmte Effizienz-Maßnahmen nachholen.

Da die Verletzung der Nachrüstungsplicht zu einer Rechtswidrigkeit des Bauzustandes des Gebäudes führen kann, empfiehlt es sich, vor Beginn des Baus einen Energieberater zurate zu ziehen. Dieser kann Ihnen darüber Auskunft geben, inwieweit Ihr Haus einer Sanierungspflicht unterliegt.

4. Fördermöglichkeiten für Hausbesitzer

Je nachdem, für welche Energieeffizienz-Maßnahmen Sie sich entscheiden, kommen verschiedene Arten der Förderung für Sie infrage. Förderungen vergeben z.B. das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) sowie die staatliche KfW-Bank. Auf ihren Webseiten können Sie sich über die jeweiligen Förderprogramme und Konditionen informieren.

Welche Förderung für Sie geeignet ist, zeigt Ihnen auch der Förderrechner auf der Website der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Kurz & Knapp

Ziel der gesetzlich verankerten Energieeffizienz-Maßnahmen im Gebäudebereich ist es, den Energieverbrauch und CO2-Ausstoß zu senken. Vorteile für Hausbesitzer: Die Energiekosten fallen deutlich niedriger aus, sodass sich die Kosten für die Maßnahmen langfristig amortisieren. Zudem wird der Wohnkomfort erhöht, etwa dadurch, dass im Winter keine kalte Luft mehr durch die Fenster hereinzieht oder deutlich weniger Geräusche von draußen oder den Nachbarn zu hören sind.

Beachten Sie bitte, dass je nach Einzelfall bestimmte Auflagen und Fördermöglichkeiten für Ihr Gebäude gelten können. Daher empfehlen wir Ihnen, sich vor dem Bau bei der zuständigen Behörde umfassend zu informieren und einen Sachkundigen, z.B. den Architekten oder einen Energieberater, zurate zu ziehen.

Mehr Informationen zu einzelnen Gesetzen sowie der Förderung und Nutzung erneuerbarer Energien finden Sie z.B. auf der Webseite des Bundesumweltministeriums.

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