Das Energiesparhaus – Wie Sie durch energieeffizientes Bauen Kosten sparen und Ihre CO2-Bilanz verbessern

Das Energiesparhaus – Wie Sie durch energieeffizientes Bauen Kosten sparen und Ihre CO2-Bilanz verbessern Das Energiesparhaus liegt im Trend. Immer mehr Hausbesitzer wollen nicht nur die energetischen Mindest-Standards erfüllen, sondern darüber hinaus Energie und Kosten sparen. Zusätzlich lockt energiebewusste Sanierer finanzielle Unterstützung vom Staat. Daher steigt die Zahl energieeffizienter Wohnhäuser und Zweckbauten jährlich. Aber was unterscheidet ein Energiesparhaus von normalen Bauten?

 

Siedlung Energiesparhäuser

Die Bezeichnung „Energiesparhaus“ fungiert als Überbegriff für alle mit entsprechenden Energiespar-Maßnahmen sanierte bzw. errichtete Wohnhäuser und Zweckbauten. Der Begriff ist allerdings sehr vage: So lässt sich daran nicht erkennen, ob durch die Sanierung zwanzig oder neunzig Prozent Heizenergie eingespart werden kann oder das Haus sogar eine positive Energiebilanz aufweist.

Innerhalb der Klasse der Energiesparhäuser wird allgemein zwischen Niedrigenergiehaus, 3-Liter-Haus, Passivhaus, Nullenergiehaus und Plusenergiehaus unterschieden. Für diese Bezeichnungen wiederum existieren klare Vorschriften bezüglich ihrer Konzeption und Effizienz. Es müssen genaue Messwerte für den Energieverbrauch von Heizwärme und Warmwasser eingehalten werden sowie spezifische technische Anforderungen für Dämmung und Fenster, Lüftung und Kühlung erfüllt sein, um an das eigene Haus eines dieser „Labels“ anbringen zu dürfen.

Effiziente Sanierung von Gebäuden lohnt sich finanziell und ökologisch

Der Gebäudesektor ist innerhalb der EU der größte Verbrauchssektor mit 40 Prozent am Endenergiebedarf – noch vor Industrie und Verkehr. Der Großteil der benötigten Endenergie dient zum Heizen und Erwärmen von Wasser (83 Prozent), während lediglich 17 Prozent auf Beleuchtung und Elektrogeräte entfallen. Das Einspar-Potential ist also gewaltig. Laut der Deutschen Energie-Agentur (dena) könnten durch energieeffiziente Sanierungen und Neubauten bis zum Jahr 2020 180 TWh eingespart werden, das entspricht 70 Millionen Tonnen CO2.

Die einzelnen Energiesparhäuser im Überblick

Das Niedrigenergiehaus

Der Heizwärmebedarf für ein Niedrigenergiehaus darf 70 kWh / m² jährlich nicht überschreiten, das entspricht einem Verbrauch von 7 Liter Heizöl oder 7 Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter und Jahr. Damit benötigt ein Niedrigenergiehaus rund 30 Prozent weniger Energie für Heizwärme und Warmwasser als Neubauten, die vor 2002 entstanden sind und deren Energiebedarf durchschnittlich 100 kWh je Quadratmeter Wohnfläche beträgt. Der Verbrauch von Wohnhäusern, welche vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 errichtet wurden, beläuft sich sogar auf durchschnittlich rund 245 kWh / m² jährlich!

Für ein Niedrigenergiehaus muss kein besonderer Zusatzaufwand zur Errichtung betrieben werden, alle zum Bau benötigten Komponenten sind verbesserte Varianten gewöhnlicher Bauteile. Daher betragen die Mehrkosten beim Bau nur zwischen drei und acht Prozent.

So kommen unter anderem Wärmeschutzfenster, eine energieeffiziente Heizungsanlage, eine Solaranlage zur Aufbereitung von Warmwasser sowie eine 20-40 cm dicke Dämmschicht für Dach, Keller- und Geschossdecken zum Einsatz. Welcher Maßnahmen und technischer Geräte es bedarf, um den Status eines Niedrigenergiehauses zu erhalten, hängt zum großen Teil von der Lage des Hauses oder der Wohnung und vom örtlichen Klima ab: Ein Reihenhaus in Stuttgart benötigt diesbezüglich weniger bauliche Energiespar-Maßnahmen als ein freistehendes Haus an der Nordseeküste.

Das 3-Liter-Haus

Der Traum vom 3-Liter-Auto als Standard ist noch nicht in Erfüllung gegangen, dafür kann heute ohne größeren Aufwand ein 3-Liter-Haus gebaut werden bzw. ein bereits bestehendes Gebäude durch Sanierung diesen Effizienz-Status erreichen.

Diese Variante eines Energiesparhauses ist die Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Der Name des 3-Liter-Hauses leitet sich davon ab, dass es höchstens 30 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche jährlich verbraucht, was der Energie von drei Litern Heizöl entspricht.

Grundsätzlich gleichen die Komponenten und Materialien eines 3-Liter-Hauses denen, die zur Errichtung eines Niedrigenergiehauses verwendet werden. Allerdings sind einige Bauteile noch wesentlich effizienter gestaltet, so zum Beispiel die Wärmeschutzscheiben. Für eine bessere  Dämmung ist ebenfalls gesorgt. Hinzu kommen weitere Energieeffizienz-Maßnahmen wie der Einsatz wärmedämmender Fensterrahmen und einer Solaranlage für das Aufheizen der Zuluft sowie die Installation einer Wärmepumpe.

Wie kommt die Wärme ins 3-Liter-Haus?

Während bei Niedrigenergiehäusern meist noch „klassisch“ mit fossilen Brennstoffen geheizt wird, bezieht das 3-Liter-Haus seine Heizenergie größtenteils durch die einfallende Sonne:  Bei sonnigem Winter-Wetter gelangt die schräge Sonnenstrahlung durch die Verglasung ins Haus, wo sie den Fußboden sowie die Wände und damit indirekt die Raumluft erwärmt. Die warme Luft wird dann über die im Haus installierte Komfortlüftung im ganzen Gebäude verteilt.

Grundsätzlich wird das Haus rund um die Uhr automatisch gelüftet, wobei Räumen mit hoher Luftbelastung wie Küche, Bad und Wohnzimmer die warme Raumluft entnommen, und diese über einen Wärmetauscher nach draußen geleitet wird. Im Wärmetauscher wird die abgegebene Wärme der einströmenden Außenluft zugeführt, die anschließend an verschiedene Räume verteilt wird.

Dass in Deutschland nicht jeden Tag die Sonne scheint, ist im Falle des effizient sanierten 3-Liter-Hauses kein Problem. Erst bei länger anhaltenden tiefen Außentemperaturen und einem bedeckten Himmel muss geheizt werden, aber dank der energetischen Bauweise und eines speziellen Wärmeverteilsystems fallen die Heizkosten sehr niedrig aus.

Das Passivhaus

Noch effizienter ist das sogenannte Passivhaus: Es verbraucht nur halb so viel Energie wie ein 3-Liter-Haus und sogar fünf Mal weniger als ein durchschnittlicher Neubau. Durch seinen geringen Energiebedarf (15 kWh / m² im Jahr) belaufen sich die Heizkosten auf maximal 25 € im Monat!

Ein Passivhaus wird, wie sein Name schon sagt, ohne aktives Heizsystem, also passiv, warmgehalten. Genutzt werden dabei Energiequellen im Inneren des Hauses wie die einfallende Sonnenstrahlung, die Körperwärme der Bewohner und die Wärmeverluste der Elektrogeräte. Im Passivhaus kommt dasselbe Wärmetauschsystem zum Einsatz wie im 3-Liter-Haus.

Ein weiterer Grund für den niedrigen Energieverbrauch ist das konsequente Vermeiden von  Wärmeverlusten. Dies wird erreicht durch eine luftdichte Außenhülle, das Verhindern von Wärmebrücken, sowie eine optimale Dämmung und Wärmeverglasung. Um die Energieeffizienz zu steigern, verfügen Passivhäuser über große Fensterfronten nach Süden und wenig Fenster nach Norden und sind kompakt gebaut.

Sollte im Winter die Innentemperatur doch einmal zu wünschen übrig lassen, so kann die fehlende Wärme durch beliebige Heizsysteme zur Verfügung gestellt werden. Dadurch, dass jedoch kaum Wärme von innen nach außen entweicht, beläuft sich die Heizleistung auf höchstens 10 Watt / m² im Jahr. Somit wird für das Heizen einer 100 m² großen Wohnfläche lediglich 1 kWh benötigt, das entspricht der Leistung eines Bügeleisens, das eine Stunde läuft.

Der einzige Haken am Passivhaus ist momentan noch der relativ hohe Preis. Aber entsprechende staatliche Förderungen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Aussicht auf extrem niedrige Heizkosten führen dazu, dass sich immer mehr Bundesbürger für diese Neubau-Variante entscheiden.

Das Nullenergiehaus

Ein Haus, das keine Energie verbraucht? Dies ist möglich durch die Kombination aus energieeffizientem Bauen (siehe Passivhaus) und der Erzeugung benötigter Energie im oder am Haus, zum Beispiel durch Solaranlagen und Photovoltaik-Module.

Aufgrund ihres hohen Preises fristen Nullenergiehäuser noch ein Nischendasein, was sich aber durch die immer weiter steigenden Preise fossiler Brennstoffe, der notwendigen Reduzierung des weltweiten CO2-Ausstoßes und damit einhergehend dem Ausbau der Erneuerbaren Energien schon bald ändern dürfte.

Das Plusenergiehaus

Im Gegensatz zum Nullenergiehaus erzeugt das Plusenergiehaus mehr Energie, als es verbraucht. Die überschüssige Menge an Energie kann in Form von Strom in das öffentliche Netz eingespeist werden, was neben der Erzeugung von Öko-Strom eine Einnahmequelle für die Hausbesitzer bedeutet.

Auch das Plusenergiehaus ist noch kaum verbreitet, wobei hier ebenfalls aufgrund steigender Energie-Kosten und einem wachsenden Umweltbewusstsein eine Trendwende zu erwarten ist.

Was Sie beim Bau eines Energiesparhauses beachten sollten

Im optimal sanierten Energiesparhaus sparen Sie bis zu 80 Prozent der Heizkosten im Vergleich zum unsanierten AltbauWenn Sie Interesse am Bau eines Energiesparhauses oder der Sanierung Ihres Eigenheims haben, sollten Sie sich über staatliche Fördermöglichkeiten informieren.

Für alle Energiesparhäuser gilt: Die Ressourcen (Energie, Baustoffe etc.) und Treibhausgas-Emissionen, die beim Hausbau verbraucht wurden bzw. entstanden sind, werden nicht in die Energiebilanz der Häuser (Angabe in kWh je m² und Jahr) mit einbezogen. Daher ist es wichtig, für eine gute Umweltbilanz zusätzlich auf die Umweltverträglichkeit der Baustoffe zu achten.

Außerdem gilt: Auch in einem Plusenergiehaus kann, zum Beispiel durch ineffiziente Elektro-Geräte und Stand-by-Verbrauch, unnötig Energie verschwendet werden. Daher können Sie viel tun, um durch Ihr Verhalten ein Energiesparhaus auch im Inneren zu einem effizienten Gebäude zu machen.

Kurz & Knapp:

„Energiesparhaus“ ist ein Oberbegriff für alle energetisch sanierten Wohnhäuser und Zweckbauten. Wie groß deren Energieeffizienz wirklich ist, zeigt sich erst anhand ihres „Etiketts“ (Niedrigenergiehaus, 3-Liter-Haus, Passivhaus, Nullenergiehaus, Plusenergiehaus).

Energiesparhäuser leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, da 40 Prozent des Endenergiebedarfs in der EU auf den Gebäudesektor entfällt. Auch in einem effizienten Haus sollten aber Energiespar-Maßnahmen bezüglich Stromverbrauch und Wasserverbrauch durchgeführt werden.

Links:

Mehr zu staatlichen Fördermöglichkeiten

Sie möchten sich gerne mal ein Energiesparhaus ansehen? Informationen dazu finden Sie hier.

Das Plusenergiehaus, das deutschlandweit auf Reise geht

7 Kommentare
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  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Econitor GmbH, Econitor GmbH erwähnt. Econitor GmbH sagte: Immer schön warm im Energiesparhaus – auch im Winter! Welche Arten es gibt und wie wenig so ein Sparhaus verbraucht: http://bit.ly/5p47xx [...]

  2. mit einem Passivhaus hat man wenig Wärmeverluste

  3. Die Idee für die 3-Liter-Haus ist bestimmt sehr gut! Gefällt mir sehr. Ich hoffe nur, dass diese Idee keine Utopie wie das 3-Liter-Auto ist, und wird bald realisieren!

  4. [...] Informationen: Das Energiesparhaus – Wie Sie durch energieeffizientes Bauen Kosten sparen und Ihre CO2-Bilanz ver…   [...]

  5. [...] gibt noch effizientere Häuser als das Passivhaus. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Artikel „Das Energiesparhaus“.   [...]

  6. Ich lebe mittlerweile auch in einem Energiesparhaus und fühle mich pudelwohl. Ich spare Kosten für die großen Stromkonzerne und verschone die Umwelt.

  7. Ich habe in meinem Haus auch hochmoderene Isolierglasscheiben. Eine Isolierglasscheibe wurde mal blind. Habe diese dann aber erneuert. Durch die moderene Dämmung sparen viel viel Geld

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