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CCS als Brückentechnologie für deutsche Kohlekraftwerke unnötig

Dienstag, 27. Juli 2010 - Wuppertal-Institut prognostiziert geringe Relevanz von CCS-Kraftwerken – Erneuerbare Energien besser zur Reduzierung von Emissionen geeignet

Die Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie GmbH kommt zu dem Ergebnis, dass für Deutschland auch unter Beibehaltung der derzeitigen energiepolitischen Prioritäten eine zusätzliche Fokussierung auf CCS im Kraftwerksbereich nicht notwendig ist.

Dies gilt laut der im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellten Studie selbst bei ambitionierten Klimaschutzzielen. Demnach ist nur mit einer begrenzen Nachfrage zu rechnen, denn eine großtechnische Verfügbarkeit sei nicht vor 2025 zu erwarten. Bis dahin schreite allerdings der Ausbau von Erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung voran und die Energieproduktivität erhöhe sich.

Die Stromkosten der Erneuerbaren Energien näherten sich denen von CCS-Kraftwerken an, sodass in 2020 einige erneuerbare Technologien möglicherweise Strom bereits günstiger als CCS-Kraftwerke bereitstellen könnten.

Zudem rechnen die Wissenschaftler lediglich mit einer beschränkte Reduktion von Treibhausgas-Emissionen durch CCS: Neue Ökobilanzen für die CO2-Abtrennung im Kraftwerkssektor wiesen darauf hin, dass die Treibhausgas-Emissionen einer kWh Strom von CCS-Kraftwerken der ersten Generation nur um 68 bis 87 Prozent (in Einzelfällen um 95 Prozent) reduziert werden könnten.

Im Vergleich zu CCS-Kraftwerken weisen erneuerbare Energien nur einen Bruchteil der Treibhausgas-Emissionen auf. In 2025 (2050) verursachten Wind offshore nur 5-8 (9-15) Prozent, Solarthermie 11-18 (13-23) Prozent und Fotovoltaik 14-24 (7-12) Prozent der Emissionen der CCS-Kraftwerke. Alle erneuerbaren Energien verbesserten sich bis 2050 absolut, wiesen aber prozentual bis auf die Fotovoltaik höhere Werte auf, da auch die CCS-Technologien besser würden.

Studienhintergrund

Nicht in den Ökobilanzen der Studie betrachtet werden Aspekte wie tiefgreifende und großflächige Veränderungen der Landschaft durch den Kohleabbau, die Folgen einer Absenkung des Grundwasserspiegels, einer Wasserverseuchung durch Grubenabwässer oder die Anlage riesiger Abraumhalden mit negativen Auswirkungen auf die Grundwasserversorgung der Landwirtschaft und der umliegenden Ökosysteme.

Bislang völlig ungeklärt ist laut Studie die Frage, ob die großen Mengen Kohlendioxid einen bio-geo-chemischen Einfluss auf die mikrobielle Lebenswelt in tiefen Gesteinsschichten hat.

Dem Wuppertal-Institut zufolge ist CCS auf internationaler Ebene anders zu bewerten, denn im Hinblick auf die Klimaschutzziele der großen kohleverbrauchenden Staaten wie China, Indien oder den USA könne es eine wichtige Klimaschutz-Technologie darstellen.

Sie können die Studie hier herunterladen.