Dies zeigt eine Studie der KCW GmbH im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA). UBA-Präsident Jochen Flasbarth forderte angesichts der Studienergebnisse, den Güterverkehr so zu organisieren, dass er den Erfordernissen des Klimaschutzes Rechnung trage, und ihn daher stärker auf die Schiene zu verlagern. Mit dem vorgelegten Ausbaukonzept sei es möglich, heute die Weichen für einen nachhaltigeren Gütertransport zu stellen.
Ein zügiger und konsequenter Richtungswechsel der Schieneninfrastrukturpolitik zugunsten des Schienengüterverkehrs sei aus Umweltschutzsicht dringend erforderlich. Nur so könne – neben der betrieblichen Optimierung der Leistungsfähigkeit des Netzes – die bisherige Leistungsgrenze der Schienenwege erheblich erhöht werden.
Engpässe im Schienennetz beheben
Flasbarth empfiehlt, künftig Investitionsentscheidungen streng an Verkehrskriterien auf Basis einer Schwachstellen- und Engpassanalyse auszurichten, um den Anforderungen des Klimaschutzes an den Güterverkehr gerecht werden zu können. Die Messlatte hierfür müsse die Eignung eines Schienenprojekts sein, deutliche Kapazitätszugewinne an den prognostizierten Engpassstellen des deutschen Schienennetzes zu schaffen. Hiervon würde auch der Personennahverkehr in hohem Maße profitieren, da dieser sich in ähnlicher Geschwindigkeit wie der Schienengüterverkehr bewege und hohe Wachstumspotenziale aufweise.
Die Studie untersucht auch das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ und stellt den Verzicht auf das Projekt – als eine von mehreren Optionen – zur Diskussion. Die Position des Gutachters macht sich das Umweltbundesamt laut UBA-Präsident aber nicht zu Eigen: “Wir haben die Studie aus eigener Initiative in Auftrag gegeben, und beispielsweise nicht zusammen mit dem Bundesumweltministerium. Wir wollten generell untersuchen lassen, ob die Vorschläge des UBA für einen umweltverträglichen Güterverkehr mit der bestehenden Schieneninfrastruktur in Einklang stehen oder ob Engpässe zu befürchten sind”.
Die Studie: Zahlen, Daten, Fakten
Die Studie ermittelt, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Verkehrsleistung des Schienengüterverkehrs bis zum Jahr 2025 auf 213 Mrd. Tonnenkilometer zu erhöhen. Diese Zielsetzung entspricht Berechnungen des Umweltbundesamtes. Die Gutachter identifizieren einen Neu- und Ausbaubedarf auf insgesamt 725 Streckenkilometern; 817 Streckenkilometer müssten elektrifiziert werden. Hinzu kommt eine Vielzahl kleinerer Maßnahmen wie der Bau von Überholgleisen und Verbindungskurven. Die vorgeschlagene Ausbaukonzeption ist mit elf Milliarden Euro vergleichsweise günstig.
In den Jahren vor der globalen Wirtschaftskrise hat der Schienengüterverkehr laut UBA bereits seine Stärken bewiesen, die Verkehrsleistung stieg stetig an: 2003 von 85 Milliarden Tonnenkilometer – das entspricht 15,7 Prozent der Güterverkehrsleistung aller Verkehrsträger – auf 116 Milliarden Tonnenkilometer (17,3 Prozent) im Jahr 2008. Die Bahnen erholen sich derzeit von den krisenbedingten Einbrüchen und sind auf dem Wege, wieder auf ihr früheres Niveau zurückzukehren.
Die Studie des Umweltbundesamtes finden Sie hier.

Nach uns, ohne Öl – Michael Angrick 









