Mit dem Öko-Reiseplaner umweltfreundlich durch Europa

Mit dem Öko-Reiseplaner umweltfreundlich durch Europa Wochenendtrips und Kurzurlaube innerhalb Europas sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Doch oft bleibt die Frage: Mit Bahn, Flugzeug oder dem eigenen Auto reisen? Was ökologisch Sinn macht, sagen Umweltplaner im Internet.

 

Das Internet hat viele Lebensbereiche des Menschen revolutioniert, so auch den des Reisens. Nie war es einfacher, Touristeninformationen über das eigene Reiseziel zu recherchieren, Übernachtungsmöglichkeiten zu suchen und zu buchen sowie die Anreisewege präzise zu planen. Bei der Urlaubsvorbereitung spielt bei vielen der eigene Geldbeutel die größte Rolle. Wie komme ich am günstigsten für ein Wochenende nach Paris? Was kostet ein Flug von München nach Rom im Vergleich zur Bahnfahrt?

Neben den Kosten haben die meisten auch die Reisestrecke im Blick. Macht es wirklich Sinn, von Berlin nach Prag mit dem Auto zu fahren, wenn der Zug fast genauso schnell am Ziel ist? Wie oft muss ich umsteigen, wenn ich von Frankfurt nach Brüssel will und was bedeutet das letztlich für den Ticketpreis? In den letzten Jahren nimmt das ökologische Bewusstsein in Sachen Mobilität zu, so dass neben Reisedauer und -preis auch die Klimabilanz der eigenen Mobilität an Bedeutung gewinnt. Jede Zug- und Autofahrt, jeder Lang- und Kurzstreckenflug verursacht Emissionen klimaschädlicher Gase oder enorme Energieverbräuche.

Mobilitätsplaner auf Basis anerkannter Messmethoden

Die Anzahl der Kurztrips in Europa steigt, weil die Flugpreise sinken.

Die Anzahl der Kurztrips in Europa steigt, weil die Flugpreise sinken.

Die Auswirkungen des Personen- und Güterverkehrs beschäftigen verschiedene Unternehmen und Organisationen bereits seit Anfang der 90er Jahre. Die Deutsche Bundesbahn und die Naturschutzorganisation WWF gaben 1992 die Broschüre „Kilometer-Bilanz“ heraus, die die Umweltwirkungen von Fahrten mit verschiedenen Verkehrsmitteln beleuchteten. Im Jahr 2002 übertrug die Deutsche Bahn das Informationsangebot auf ihre Internetplattform und bietet im Rahmen ihrer Online-Reiseauskunft einen sogenannten UmweltMobilCheck kostenlos an.

Der UmweltMobilCheck bietet einen Vergleich zwischen den drei Hauptverkehrsmitteln Auto, Bahn und Flugzeug auf allen deutschen Strecken. Basis dafür sind vor allem zwei Indikatoren, die einen fairen Vergleich ermöglichen: Egal ob Strom, Diesel oder Benzin als Antriebsquelle genutzt wird, der Treibstoff wird für alle Fahrzeuge auf die Einheit „Liter Benzin“ umgerechnet. Als zweiter wichtiger Indikator dient die Auslastung eines Fahrzeugs. Ist die Zahl der Mitreisenden bei Bahn und Flieger bereits voreingestellt, so kann sie für das Auto manuell verändert werden. Diese Vorgehensweise zur Berechnung von Emissionen und Energieverbräuchen und die verwendeten Daten wurden vom Umweltbundesamt geprüft und bestätigt.

Sie wollen die Umweltbilanz Ihrer Reisen sehen und verstehen? Dann geben Sie in der Reiseauskunft wie gewohnt Ihren Abfahrts- und Ankunftsort für den gewünschten Tag ein und lassen Sie sich die Zugverbindungen anzeigen. Am Ende der drei angezeigten Bahnverbindungen befindet sich der UmweltMobilCheck, gekennzeichnet mit einem Blumen-Symbol. Durch Klicken werden die alternativen Verbindungen mit Auto und Flugzeug angezeigt.

Mit der Bahn zwei Drittel weniger CO2-Emissionen als mit dem Auto

Für das Beispiel „Berlin-Prag“ zeigt sich, dass der Flieger das schnellste Verkehrsmittel ist, gefolgt vom Auto, das immer noch rund eine Stunde schneller ist als die komfortable Eurocity-Verbindung der Deutschen Bahn. Betrachtet man hingegen die ökologischen Faktoren, so schneidet die Bahn durchgängig am besten ab. Umgerechnet in die Vergleichseinheit „Liter Benzin“ verbraucht der Zug nur ein Drittel der Menge an Energieressourcen eines dieselbetriebenen Mittelklasse-Wagens und des Flugzeuges.

Auch beim CO2-Ausstoß inklusive der Strom- bzw. Kraftstoffherstellung ist die Bahn mit Abstand das umweltfreundlichste Verkehrsmittel. Laut des UmweltMobilCheck entlasten Sie die Umwelt mit einer Bahnreise von Berlin nach Prag um über 40 kg CO2 gegenüber einer Autofahrt mit einem Dieselwagen. Auch in Hinblick auf gesundheitsschädliche Feinstaubpartikel und Luftschadstoffe hängt der Zug seine Konkurrenten ab. Stickstoffoxide und Schwefeldioxid, die sauren Regen und den sogenannten Sommersmog mit verursachen, werden ebenso deutlich weniger ausgestoßen.

Einschränkend muss man erwähnen, dass die Statistiken des UmweltMobilCheck sich nach Voreinstellungen richten, die man nur teilweise beeinflussen kann. Als Automodell ist ein Mittelklasse Dieselmotor EURO 3 (Baujahr ab 2001) voreingestellt. Fährt man jedoch einen Kleinwagen mit Benzinmotor, so muss man dies in den Einstellungen ändern. Eine zweite wichtige Vergleichsgröße ist die Auslastung: Fahren Sie allein oder mit Mitfahrern in Ihrem Pkw? Der UmweltMobilCheck gibt lediglich zwei Auswahlmöglichkeiten: Die durchschnittliche Auslastung mit einem Wert von 1,5 Personen oder die Einzelfahrer-Auslastung. Auch für die Auslastung im öffentlichen Verkehr kann man nur zwischen zwei Werten unterscheiden.

Europäischer Reiseverkehr ebenso unter der Lupe

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Der Ecopassenger ermittelt Reiserouten mitsamt Klimabilanz für ganz Europa.

Seit Anfang dieses Jahres bietet der UmweltMobilCheck einen Überblick über den Energieverbrauch und die Schadstoffausstöße für alle europäischen Streckenabschnitte. Die Daten basieren wie der nationale Umweltplaner auf den Grundlagen des Ecopassenger, einem integrierten Routenplaner für Reisen in ganz Europa. Ziel dieses Planers ist es, grenzüberschreitende Reiserouten für bestehende Zug- und Flugverbindungen sowie Autostrecken anzubieten und untereinander zu vergleichen.

Beide Planer berechnen den tatsächlichen Energieverbrauch für alle drei Verkehrsmittel. Bei der Bahn meint das nicht nur die Energie, die für den Antrieb der Lok notwendig ist, sondern auch den Strom für das Bordrestaurant oder die Beleuchtung in den Abteilen. Gleiches gilt für Klimaanlagen und Heizungen in Autos oder Flugzeugen. Nicht abgebildet werden hingegen die Ausstöße und der Energieverbrauch bei der Herstellung von Fahrzeugen oder für die Instandhaltung der Infrastruktur. Würden diese Faktoren mit einbezogen werden, so fiele die Klimabilanz der Bahn insbesondere hinsichtlich ihrer großen Infrastruktur wesentlich negativer aus.

Kurz & knapp

Reisewillige Europäer können für ihre geplante Strecke mit den Online-Umweltplanern detailiert ihren Energieverbrauch und Schadstoffausstoß nachschlagen.

Der Zug ist trotz Vernachlässigung einiger wichtiger Indikatoren immer noch am umweltfreundlichsten, vor allem bei weiten Strecken. Das Flugzeug ist das schnellste, aber umweltschädlichste Verkehrsmittel.

Weiterführende Links zum Thema:

UmweltMobilCheck: Wissenschaftlicher Grundlagenbericht

Der Emissionsrechner von Atmosfair

Neue Umweltoffensive zeigt die Bahn von der grünen Seite

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