Insgesamt sieben Linienbusse sorgen jetzt mit dem natürlichen Kältemittel CO2 für die Kühlung der BVG-Kunden. Es ersetzt das Kältemittel R134a (Tetrafluorethan), das bisher in den Klimaanlagen verwendet wurde. Das Treibhauspotential von R134a ist 1.430-mal höher als das von CO2, und ist aus diesem Grund ab Januar 2011 für neu zugelassene Fahrzeugtypen bei Pkw und kleineren Nutzfahrzeugen verboten.
UBA: CO2-Klimaanlage soll möglichst bald zum Standard werden
Die sieben Busse der BVG werden in einer Testphase erproben, wie belastbar die umweltfreundlichen CO2-Klimaanlagen sind. Fällt das Ergebnis positiv aus, könnten Linienbusse zukünftig generell mit dieser Technik ausgestattet werden.
Das Umweltbundesamt (UBA) lobte die BVG, die freiwillig auf das natürliche Kältemittel CO2 setzen. Anders als bei Pkw gibt es für Busklimaanlagen von der EU bislang noch keine Regelungen, die Kältemittel mit hohem Treibhauseffekt verbieten.
Zwei Drittel aller neuen Stadtbusse verfügen schon heute über eine Klimaanlage, was steigende Emissionen von klimaschädlichen Kältemitteln zur Folge hat. Mit der Wahl des natürlichen Kältemittels CO2 könne dieser Trend aufgehalten werden. Das UBA forderte die Busfahrzeughersteller auf, CO2-Klimaanlagen möglichst bald als Standard anbieten.
CO2 sei als Kältemittel die einzige Alternative zu den chemischen Treibhausgasen in Fahrzeugklimaanlagen, daher solle diese Technik auch bei Pkw-Neufahrzeugen standardmäßig eingesetzt. Der öffentliche Nahverkehr könne mit dem Einsatz der innovativen Technik Maßstäbe im Klimaschutz setzen und damit den Vorsprung im Umweltschutz weiter ausbauen.
Hintergrund
Neue Reisebusse sind zu 100% klimatisiert. Bei Stadtbussen waren in Deutschland im Jahr 1993 nur 5% aller neuen Stadtbusse klimatisiert, im Jahr 2008 bereits 64%. Da Fahrzeug-Klimaanlagen keine hermetisch geschlossenen Systeme sind, entweicht während der gesamten Lebensdauer eines Fahrzeugs permanent Kältemittel. Die durchschnittliche Leckage-Rate von R134a bei neuen Bussen beträgt 13,3% Kältemittel pro Jahr für Reisebusse und 13,7% für Linienbusse.
So wurden 2008 deutschlandweit fast 100 Tonnen Kältemittel R134a freigesetzt, das entspricht 140.000 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr bzw. dem jährlichen CO2-Ausstoß von 90.000 sparsamen Kleinwagen bei durchschnittlicher Fahrweise.

Bitte wenden Sie jetzt – Eckard Helmers
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