Die vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass eine Einbindung des internationalen Seeverkehrs in das europäische Emissionshandelssystem relativ einfach auf Basis vorhandener Daten der in Europa anlaufenden Schiffe erfolgen kann. Jeder Hafenstaat habe ein Recht, Berichtspflichten und Umweltanforderungen für anlaufende Schiffe zu stellen. Positiv sei, dass das administrativ einfachste System auch das umwelt-effizienteste und juristisch stabilste System darstelle.
Voraussetzung für einen weitreichenden Umweltnutzen ist aus Sicht der Wissenschaftler, dass das europäische Emissionshandelssystem auch für den Schiffsverkehr in internationalen Gewässern gilt. Die rechtliche Einbindung könne im Einklang mit internationalen Abkommen und Regelungen geschehen.
Den Experten zufolge hat ein solcher Emissionshandel keine nennenswerten negativen Auswirkungen auf die deutsche und europäische Volkswirtschaft, sie sehen zudem positive Auswirkungen auf den deutschen Schiffsbausektor, da nach dem Handelsstart verstärkt Umwelttechnologien und effizientere Schiffe nachgefragt würden.
Hintergrund
Der internationale Seeverkehr trägt mit etwa drei Prozent zu den globalen Treibhausgas-Emissionen bei, aufgrund des starken Wachstums dürfte sich dieser Anteil zukünftig weiter erhöhen. Der Rat der Europäischen Union peilt als Ziel an, die Emissionen der Schifffahrt bis 2020 um zwanzig Prozent gegenüber 2005 zu senken. Dies soll erreicht werden durch den europäischen Emissionshandel, der angesichts der schleppenden Fortschritte auf internationaler Ebene für etwas Bewegung sorgen könnte.

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