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Halbjahresbilanz der Bahn: Verbesserungen gefordert

Donnerstag, 29. Juli 2010 - VCD: Infrastruktur und Fahrzeuge müssen verbessert sowie Fahrpreise gesenkt werden.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zeigt sich erfreut über die guten Bilanzzahlen der Deutschen Bahn AG (DB AG) für das erste Halbjahr 2010. Trotz massiver Einschränkungen im Zugverkehr aufgrund des harten Winters und technischer Mängel bei Bahninfrastruktur und Fernverkehrszügen mache der Konzern Gewinne.

Laut VCD-Bundesvorsitzenden Michael Gehrmann nütze ein gutes Ergebnis des Bahnkonzerns den Bahnkunden und der Umwelt auf Dauer nur, wenn die Infrastruktur gut gepflegt, Engpässe beseitigt und die Angebote für Reisende verbessert würden. Die Deutsche Bahn sei nach eigenen Abgaben auf dem Weg zum weltweit führenden Mobilitäts- und Logistikunternehmen, aber noch nicht einmal in der Lage, einen reibungslosen Schienenpersonenverkehr in Deutschland basierend auf ihrem selbsterstellten Fahrplan zu gewährleisten. Das beginne bei miserablen Pünktlichkeitsquoten der Züge. Hinzu kämen derzeit häufig defekte Fahrzeuge und Zugausfälle, die durch nicht gleichwertige Ersatzzüge oder gar nicht kompensiert werden könnten, da zu wenige Reservezüge vorhanden seien. Auch die Infrastruktur sei sehr störungsempfindlich.

Der VCD fordert daher, die Einnahmen des vom Steuerzahler finanzierten Bereichs DB Netz aus Trassen- und Stationsentgelten nicht länger an den Mutterkonzern abzuführen, der sie für den Kauf neuer Firmen − wie jüngst des britischen Verkehrsunternehmens Arriva für rund 2,7 Milliarden Euro − verwendet. Stattdessen sollten diese Gelder in die hiesige Bahninfrastruktur investiert werden und Erlöse aus den Sparten DB Regio und DB Fernverkehr in besseren Service fließen. Im Koalitionsvertrag habe sich die schwarz-gelbe Regierung vorgenommen, die Abführung der Gewinne der DB Netz an den Mutterkonzern zu unterbinden. Hier müssten endlich Taten folgen. Der Bund sei gefordert, seine im Grundgesetz festgeschriebene Gemeinwohlverantwortung auch für den Verkehr auf der Schiene endlich wahrnehmen. Nur zuschauen, den Konzern kritisieren und Sondersitzungen durchzuführen, reiche genauso wenig aus, wie die vielen Entschuldigungen des Bahnvorstandes.

Heidi Tischmann, VCD-Bahnreferentin: „Schon seit über einem Jahr bekommen Fahrgäste der DB AG nicht die Leistung, für die sie bezahlen. Züge fallen aus oder kommen zu spät an. ICEs werden durch weniger komfortable ICs oder sogar Interregios ersetzt, Platzreservierungen verfallen, Anschlüsse werden verpasst. Aktuell müssen Fahrgäste unter ausgefallenen Klimaanlagen leiden. Ein wieder einwandfreier Betrieb in allen Betriebsteilen ist zeitlich auch derzeit noch nicht absehbar. Da die derzeitigen Fahrgastrechte diesen dauerhaft unbefriedigenden Zustand nicht abdecken können, fordern wir als Konsequenz von der DB AG, die Fahrpreise zum Fahrplanwechsel im Dezember zu senken.” Genauso wichtig sei aber, dass dauerhaft Infrastruktur und Züge technisch einwandfrei instandgehalten würden.

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