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Biokraftstoffe: EU-Nachhaltigkeitskriterien sorgen nicht für Nachhaltigkeit

Montag, 05. Juli 2010 - EU-Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe verhindern Entwaldung für Anbau von Biokraftstoffen, fördern aber gleichzeitig Rodungen für die Nahrungsmittelproduktion.

Jan Ros von der niederländischen Umweltagentur PBL beklagte die Mängel bei den EU-Nachhaltigkeitskriterien für Biokraftstoffe: Die Kommission berücksichtige noch zu wenig, dass die Produktion von Biokraftstoffen in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht.

Durch die erhöhte Flächenkonkurrenz müssten entweder die Nahrungsmittelproduktion intensiviert oder weitere Waldflächen gerodet werden. Beides würde nach Meinung des niederländischen Experten den Ausstoß von Treibhausgasemissionen sogar erhöhen und nicht, wie von der Kommission gewünscht, senken.

Um die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen sicherzustellen müsse die Europäische Kommission auch diese „indirekten Effekte“ und die Auswirkungen auf die weltweite Agrarproduktion berücksichtigen. Eine Lösung könnte die Beschränkung des Anbaus von Biokraftstoffen auf Agrarflächen sein, die für den Lebensmittelanbau nicht geeignet sind. Eine weitere Möglichkeit wäre die Belohnung von Ländern, die für die Produktion von Biokraftstoffen kein Neuland beanspruchen, weil sie die Produktivität ihrer Landwirtschaft steigern.

Hintergrund

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich zum Ziel gesetzt, dass 2020 zehn Prozent aller Kraftstoffe für den Straßenverkehr aus „erneuerbaren Quellen“ stammen. Benzin kann durch Bioethanol ersetzt werden, das aus Zucker oder Getreide gewonnen wird. Als Ersatz für Dieselkraftstoff gibt es Biodiesel, der aus dem Öl von Pflanzen wie Ölpalmen oder Raps gewonnen wird. Die EU hat errechnet, dass für die Erfüllung dieser Zielsetzung zwei bis fünf Millionen Hektar Agrarland benötigt werden. Im Jahr 2008 waren 3,4 Prozent der in der ganzen EU verwendeten Kraftstoffe Biokraftstoffe.

Immer wieder wird kritisiert, dass diese sogenannten Biokraftstoffe der ersten Generation in direkter Konkurrenz zu Nahrungsmitteln stehen, und eine schlechte Umwelt- und / oder Klimabilanz aufweisen. Aktuell wird sich daher auf EU-Ebene bemüht, Biokraftstoffe der zweiten Generation, die aus Abfällen der Forst- und Landwirtschaft gewonnen werden, zu fördern.

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