Mehr als 7.000 Waldbrände lodern derzeit rund um Moskau und im russischen Fernen Osten. Daran ist dem WWF zufolge nicht nur die aktuelle Hitzewelle Schuld. Die Gründe seien vielfältig, die Organisation sieht aber mangelhafte Vorsorge und miserables Waldmanagement in den vergangenen Jahrzehnten als Hauptursachen für die Brandkatastrophe. Illegaler Holzeinschlag, die Übernutzung der Wälder und großflächiger Kahlschlag hätten zu der aktuellen prekären Lage maßgeblich beigetragen und vielerorts zu einer Verbuschung und Versteppung geführt, wodurch sich Feuer schnell ausbreiten könnten.
Darüber hinaus seien vor allem im europäischen Teil Russlands im großen Stil Sümpfe trockengelegt worden. Ziel war es, den eingelagerten Torf abzubauen und ihn als Brennstoff für Privathaushalte zu nutzen oder den Torf als Rohmaterial für Gartenerde nach Mitteleuropa zu exportieren, so der WWF.
Einmal in Brand geratene ausgetrocknete Torfflächen seien kaum mehr zu löschen, die Feuer erstickten wohl erst mit Einbruch des Winters. Die Rauchschwaden aus solchen trockengelegten Moorflächen enthielten Kohlenmonoxid, Feinstaub, Formaldehyd und andere giftige Verbindungen, die zu starken gesundheitlichen Belastungen der Bevölkerung führen könnten.
Der WWF sieht darüber hinaus große Versäumnisse in der Brandbekämpfung. Durch die Vergabe von Konzessionen auf vielen Flächen unterblieben Vorsorgemaßnahmen. Zudem habe ein 2007 verabschiedetes Forstgesetz dazu geführt, dass Kapazitäten bei der Brandbekämpfung massiv abgebaut wurden. Überwachungsflüge und der Einsatz von so genannten „Feuerspringern“, die Brände bereits im Frühstadium bekämpfen sollen, seien kontinuierlich zurückgegangen. In der Folge würden Flammen später entdeckt und seien viel schwieriger zu bekämpfen.
Um künftige Brände zu reduzieren, fordert der WWF, ehemalige Torfabbauflächen zu renaturieren. Die Überflutung dieser Flächen würde Mensch und Umwelt vor Bränden schützen, zudem könnten so wertvolle Lebensräume zurückgewonnen werden. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach Richtlinien des FSC (Forest Stewardship Council) könne zudem einen Beitrag zur Prävention von Waldbränden leisten. Die Anlage von Waldbrandschutzstreifen aus feuerresistenten Lärchen habe sich vor allem im russischen Fernen Osten als Präventionsmaßnahme bewährt. Überdies müsse wieder ein Frühwarnsystem gegen Waldbrände aufgebaut werden.

Nachhaltiger Frühjahrsputz 








