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Wissenschaftler aus Deutschland und den USA präsentieren neues Emissionsmodell

Dienstag, 10. August 2010 - Mit diesem soll der Grad der Verringerung der CO2-Emissionen berechnet werden, welcher nötig ist, um die globale Erwärmung zu verlangsamen und vielleicht sogar zu stoppen.

Zielvorgabe war es, zukünftige Klimaveränderungen und CO2-Emissionenen in einem gemeinsamen Szenario zu simulieren, in der die CO2-Äquivalent-Konzentrationen in der Atmosphäre langfristig auf 450 Teile pro Millionen (ppm) stabilisiert wurden. Dies würde die globale Erwärmung auf maximal 2C° über dem vorindustriellen Niveau begrenzen.

CO2-Emissionen steigen laut Modell bis 2015 auf zehn Mrd. Tonnen Kohlenstoff an

Nach Aussage der Wissenschaftler ist die CO2-Konzentration in der Atmosphäre durch die  Verbrennung fossiler Brennstoffe seit Beginn der Industriellen Revolution um ca. 35 Prozent  angestiegen. Werden CO2-Emissionen und CO2-Konzentration in der Atmosphäre nicht gesenkt, könnte dies bis Ende 2100 weltweit zu einem erheblichen Temperaturanstieg führen.

Das Neue an dieser Arbeit ist laut Autor Erich Roeckner vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg, dass der Kohlenstoffkreislauf in das Modell integriert wurde, um die Emissions-Daten zu erhalten.

Das Modell sagt voraus, dass die CO2-Emissionen bis zum Jahre 2015 um drei Mrd. Tonnen Kohlenstoff auf ca. zehn Mrd. Tonnen steigen werden. Für eine langfristige Stabilisierung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre müssen die Emissionen innerhalb der nächsten vierzig Jahre um 56 Prozent gesenkt werden und in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts gegen Null tangieren.

Obwohl die Berechnungen zeigen, dass die globale Erwärmung zwischen heute und 2100 unter der zwei-Grad-Grenze bleiben wird, kann dies Wissenschaftlern zufolge langfristig zu einer weiteren Erwärmung führen. Laut Roeckner wird es Jahrhunderte dauern, bis sich das globale Klimasystem stabilisiert hat.

Besonderheiten des neuen Emissions-Modells

Das Team aus Deutschland und den USA setzte auf eine neuartige Methode zur Rekonstruktion des historischen Emissionsverlaufs auf Basis bestehender Berechnungen der CO2-Konzentration. Die Wissenschaftler verwendeten Modelle des Erdsystems zusammen mit dem Kohlenstoffkreislauf und schätzten die anthropogenen CO2-Emissionen, die zu einem empfohlenen Konzentrationsverlauf passen.

Nach Aussage des Teams hängen die Emissionen von dem Anteil des vom Menschen verursachten Kohlenstoffs im Modell ab, der von Landoberfläche und den Meeren absorbiert wird. Sie konnten sogar zwischen anthropogener Klimaveränderung und internen Klimaschwankungen unterscheiden.

Das in dieser Studie verwendete Model basiert auf einem groben räumlichen Gitter mit einer Rasterweite von 400 km. Auch Informationen über Landoberfläche, Meere sowie den Kohlenstoffkreislauf von Wasser und Erde wurden integriert.

Klimazentren in ganz Europa werten die Daten dieser Studie gegenwärtig aus. Sobald alle Ergebnisse vorlägen, könne die Streuung zwischen den Modellen ausgewertet werden. Je mehr signifikante Daten, desto genauer werde die Prognose.