Keine Sorge, es droht Ihnen kein lärmender Kohlebagger neben dem Haus. Denn der Vergleich “der Stadt” mit einer Mine rührt daher, dass dort riesige Mengen an verar-beiteten wertvollen Rohstoffen wie Eisen, Aluminium oder Kupfer zu finden sind, z.B. im Gebäudesektor. Diese sogenannten sekundären Rohstoffe werden immer beliebter, da weltweit die Nachfrage nach jenen wertvollen Rohstoffen steigt. Damit verteuern sie sich, was wiederum Recycling lukrativer macht.
Kleines Beispiel: Im Januar 2010 war Rohkupfer 105 Prozent teurer als im Januar des Vorjahres, der Nickelpreis stieg um 51 Prozent im Vergleich zum Januar 2009.
Abfall in Deutschland: Zahlen, Daten, Fakten
Die aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes bzw. des Bundesumwelt-ministeriums (BMU) zum deutschen Gesamtabfallaufkommen stammen aus 2005: In diesem Jahr belief sich dieses auf rund 330 Millionen Tonnen. Davon waren 56 Prozent oder knapp 185 Millionen Tonnen Bauabfälle, und 13 Prozent (gut 40 Millionen Tonnen) Haushaltsabfälle.
87 Prozent der Bauabfälle wurden im selben Jahr dem Recycling zugeführt, während die Recyclingquote für Haushaltsabfälle bei 64 Prozent lag.
Insgesamt sind laut BMU in den vergangenen 15 Jahren die Emissionen treibhausgasrelevanter Schadstoffe aus der Abfallwirtschaft um über 31 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gesunken. Dies liegt nicht nur an der besseren stofflichen, sondern auch an der effizienteren energetischen Verwendung von Abfällen: So wird beispielsweise durch die kontrollierte Vergärung von Pflanzenabfällen Methan „aufgefangen“, das dann als Biogas weiterverwendet wird.
Bis 2020 könnten durch eine Steigerung der Recyclingquote, eine verbesserte stoffliche Verwertung und die effizientere Produktion und Nutzung von Strom und Wärme aus Abfällen zusätzliche zehn Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden werden.
Urban Mining: Vorteile und Probleme
Experten sprechen bezüglich der städtischen Rohstoffquellen von einem anthropogenen Lager, d.h. einem Lager an Rohstoffen, von Menschen „angelegt“. Einen Großteil dieses Lagers macht der Gebäudesektor aus. Hier ist die Deponierung verwertbarer Bauabfälle laut BMU in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgegangen, aktuell werden nur noch etwa zehn Prozent des Bauschutts deponiert, entsprechend hoch ist, wie bereits gesehen, die Recyclingquote.
Gerade auch im Falle besonders begehrter Rohstoffe, die beispielsweise in der IT-Produktion bzw. der Herstellung von Elektrogeräten verwendet werden, lohnt sich das Urban Mining. Ein Problem stellt allerdings die Tatsache dar, dass sich nicht alle im Abfall enthaltene Rohstoffe zurückgewinnen lassen. So fallen zum Beispiel in Handys Edelmetalle wie Gold oder Palladium zum großen Teil als Staub an, der durch die Trennung der einzelnen Komponenten nicht wiedergewonnen werden kann.
Was neben Recycling Rohstoffe, Energie und Kosten spart
Nicht nur bei der Herstellung sollte auf die Recycelbarkeit geachtet werden, sondern bereits bei der Entwicklung. Hier setzt das sogenannte Sustainable („nachhaltige“) Design an, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Und das nicht nur, weil Nachhaltigkeit einen Imagegewinn bedeutet. Denn durch effizientes Design lässt sich viel Geld sparen, da über 80 Prozent des späteren Ressourcenverbrauchs bereits bei der Entwicklung eines Produkts festgelegt werden.
Zudem ist die deutsche Recyclingquote noch verbesserungswürdig: Zwar steht die Bundesrepublik im internationalen Vergleich sehr gut dar, aber jährlich ließen sich vor allem im Bereich Haushaltabfälle etliche Tonnen CO2 und Rohstoffe (und damit auch Kosten) zusätzlich einsparen.
Weiterführende Links:
Urban Mining-Fachkongress in Iserlohn
Mehr zum Thema Recycling finden Sie hier.

Urban Gardening – Christa Müller (Hg.)
Ein Elektromote, was war das nochmal? 









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