Die Econitor Buchtipps: Interessante und unterhaltsame Bücher rund um einen ökologischen und nachhaltigen Lebensstil.

Richard Reynolds – Guerilla Gardening

Wildgärtner pflanzen Blumen am Straßenrand oder auf Brachflächen. Das ist illegal, aber moralisch nicht verwerflich – Wie Sie zum Guerilla Gärtner werden, und warum Sie es werden sollten.

Kurzdarstellung:

Samenbomben basteln und Blumen gegen die Verwahrlosung pflanzen. Guerilla Gardening ist ein neues Hobby geworden. Richard Reynolds beschreibt, wie er die Guerilla Gardening Bewegung 2004 wiederbelebte, wie diese nun weltweit Zuspruch findet und weitere Wildgärtner rekrutiert. Geschichtliche Ursachenforschung und Vorläufergenerationen werden genauso beleuchtet wie die politische als auch ästhetische Dimension des Schwarzpflanzens. Kreativer Protest mit Umweltnutzen – Guerilla Gardening zeigt den Weg zurück zu den Wurzeln und wie kleine Gruppen im kleinen Rahmen die Welt verbessern und verschönern können.

Rezension:

Guerilla Gardening – Wildgärtnern, insbesondere in Berlin gibt es sie, kleine Kobolde, die ihre Umgebung kreativ mit Pflanzen verschönern. Der Autor Richard Reynolds ist einer dieser Kobolde, doch hauptsächlich in London aktiv, wo er eine Bewegung aus den 70er Jahren wieder aufleben ließ. Im Jahr 2004 wurde Richard Reynolds aktiv und bepflanzte in London heimlich und ohne Genehmigung fahle Betonwege und verschönerte Baumscheiben.

Seine Erfahrungen mit Bewegungen des Grünen Daumens hat er in seinem Band „Guerilla Gardening – ein botanisches Manifest“ niedergeschrieben. Während seiner Reisen um die Welt, lernte er Blitzgärtner Umweltaktivisten oder Hobbywichtel und Schwarzpflanzer kennen, die mit Pflanzaktionen politische und ästhetische Akzente setzen wollen.

Dabei beleuchtet Reynolds beide Dimensionen, die politische als auch die ästhetische, gleichermaßen. Ein geschichtlicher Abriss zu den Ursprüngen des Guerilla Gardening führt den Leser in das Jahr 1649 ins englische Digger. Der Autor zieht Parallelen zu Besetzern der Bananenplantagen in Honduras oder der Landlosenbewegung in Brasilien. Modernes Guerilla Gardening mit starker politischer Dimension beschränkt sich dabei auf pflanzliche Waffen wie Samenbomben. Baumpflanzungen auf Autobahnen beispielsweise sind moderne und höchst provokante Aktionen der Umweltaktivisten mit der Schippe.

Gleichsam wichtig ist für Reynolds jedoch der ästhetische Aspekt des Guerilla Gardening. Kreativität und Aktionen gegen die Verwahrlosung der nächsten Umgebung sind Ansinnen des Wildgärtnerns. Die „Rückeroberung der Straße“ ist Ziel der meist nächtlichen Pflanzaktionen, denn Guerilla Gardening ist illegal.

Das Buch verlockt zum Tätig werden und jeder, der nicht bereits ein paar Blumensamen im Vorbeifahren auf den Mittelstreifen streute, wird mit einer trostlosen Baumscheibe liebäugeln und eine Pflanzaktion starten wollen. Ganz nach dem Motto „Pimp my Mittelstreifen“ sollte das Buch zumindest in jedem Bücherregal eines Naturliebhabers stehen und gelesen werden.

Lesen Sie dazu auch unseren Artikel “Guerilla Gardening – Protest mit Primel und Schippe“.



von

Erschienen im bei

ISBN: , Seiten für

2 Kommentare
Einen Kommentar hinterlassen »

  1. [...] Econitor Buchtipp: Richard Reynolds – Guerilla Gardening [...]

  2. [...] Guerilla Gardening – Wildgärtnern, insbesondere in Berlin gibt es sie, kleine Kobolde, die ihre Umgebung kreativ mit Pflanzen verschönern. Der Autor Richard Reynolds ist einer dieser Kobolde, doch hauptsächlich in London aktiv, wo er eine Bewegung aus den 70er Jahren wieder aufleben ließ. Im Jahr 2004 wurde Richard Reynolds aktiv und bepflanzte in London heimlich und ohne Genehmigung fahle Betonwege und verschönerte Baumscheiben. Seine Erfahrungen mit Bewegungen des Grünen Daumens hat er in seinem Band „Guerilla Gardening – ein botanisches Manifest“ niedergeschrieben. [...]