Was versteht man unter nachhaltigem Tourismus?
Eine gängige Definition von nachhaltigem Tourismus findet sich auf der Homepage des Umweltbundesamtes (uba): Dieser sei „ökologisch dauerhaft tragfähig, sozial gerecht und für die ortsansässige Bevölkerung wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig“ und bewahre „deren kulturelle Eigenständigkeit“.
Bei anderen Definitionen liegt der Fokus stärker auf dem ökologischen Aspekt: So beinhaltet dem Bundesamt für Naturschutz zufolge Nachhaltigkeit im Tourismusbereich
- die Erhaltung der biologischen Vielfalt und der pflegliche Umgang mit der Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft
- die Gewährleistung der guten Umweltqualität, damit auch bei quantitativem Wachstum die Belastung von Boden, Wasser, Luft / Klima und der Flächenverbrauch zurückgeht sowie
- die Senkung des Ressourcenverbrauchs und die Erhöhung der Effizienz bei der Nutzung natürlicher und kultureller Ressourcen, damit Tourismus auch längerfristig profitabel und ökonomisch gesund bleiben kann
Auch im Bereich Tourismus stellt die zunehmend inflationäre Verwendung des Nachhaltigkeitsbegriffes ein Problem dar. Daher sollte der Verbraucher stets Kriterien, Richtlinien und Gütesiegel von Reiseangeboten, Unterkünften etc. kritisch prüfen.
Wer kann zum nachhaltigen Tourismus beitragen?
Natürlich erst einmal die Tourismusbranche selbst, also die Reiseveranstalter, Hotels, Campingplätze etc. und die Tourismusziele. Aber natürlich auch der Tourist selbst: Sowohl, was seine Wahl bezüglich des Reiseziels, der Unterkunft etc. als auch sein Verhalten vor Ort betrifft.
Hieran wird deutlich: Nachhaltiges Reisen ist keine kleine, alternative Nische in der großen Tourismusindustrie, sondern eine bewusste Art zu reisen, und jeder kann sie ohne größeren Aufwand praktizieren.
An Nachhaltigkeit interessierte Unternehmer können sich übrigens der nationalen Umweltdachmarke für nachhaltigen Tourismus in Deutschland („Viabono“) anschließen, und so mehr Gäste auf ihr Umwelt- bzw. Sozialengagement aufmerksam machen.
Nachhaltig reisen: Was sind die Alternativen zum klimaschädlichen Fliegen?
Ab ins Flugzeug und los? Oft gibt es hier kostengünstige und umweltschonende Alternativen: Von einem Wanderurlaub in Ihrer Heimat über eine mehrtägige oder -wöchige Radtour bis hin zu Ferien mit Bus oder Bahn.
Aufs Auto sollten Sie besser verzichten, aber wenn Sie schon damit in den Urlaub fahren, empfiehlt es sich, genügend Mitreisende einzuplanen, das senkt die CO2-Emisionen (und grundsätzlich die externen Kosten) pro Person.
Achtung bei Kreuzfahrten: Diese sind mitnichten so umweltfreundlich wie oft angenommen. Probleme bereiten unter anderem der anfallende Müll und die Tatsache, dass immer noch viele Kreuzfahrtschiffe mit schwefelhaltigem Kraftstoff betrieben werden. Ein großer Teil der hierdurch bzw. an Bord anfallenden Schadstoffe gelangt immer noch ins Meer oder in die Luft, und trägt so zur Umweltverschmutzung bei.
Was bei Reisen ins außereuropäische Ausland zu beachten ist
Wenn Sie schon fliegen, empfiehlt es sich, die durch den Flug verursachten Treibhausgas-Emissionen zu kompensieren. Zudem sollten Sie im Reiseland selbst bei Ihrer Fortbewegung auf umweltschonende Verkehrsmittel achten.
Als Schlüsselindikator für eine umweltverträglichere Tourismusentwicklung zählt der sogenannte Transport-Energieverbrauch pro Aufenthaltstag. Das bedeutet: Wenn schon eine weite Flugreise mit entsprechend schlechter Umweltbilanz gebucht wird, dann sollte der Urlaub möglichst lang sein.
Neben dem Bereich Mobilität haben auch Ihr Energie- und Wasserverbrauch im Urlaub sowie die von Ihnen verursachte Menge an Abfall Auswirkungen auf Ihre Umwelt- bzw. Klimabilanz. Daher ist es empfehlenswert, auch auf Reisen sparsam mit Ressourcen umzugehen. Und nicht zuletzt aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit sollten Sie in Regionen, in denen die Bevölkerung unter Ressourcenknappheit leidet, Ihren Ressourcenverbrauch auf ein Minimum beschränken.
Achten Sie immer auf die Gegebenheiten vor Ort, angefangen von der jeweiligen Kultur und den damit verbunden Sitten über lokale und saisonale Speisen bis hin zum Zustand der Umwelt. So sollten Sie etwa weder Abfall herumliegen lassen noch Tiere belästigen oder Pflanzen ausreißen und mitnehmen.
Weitere Informationen und Tipps
Beim Informationsdienst „Tourism Watch“ können Sie Broschüren zu nachhaltigem Reisen bestellen oder downloaden und sich allgemein durch Artikel und Berichte über nachhaltigen Tourismus informieren.
„Zukunft reisen“, das Portal für nachhaltiges Reisen des Vereins „Ökologischer Tourismus in Europa (Ö.T.E.) e. V.“ finden Sie hier.

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