Die Econitor Besserwisser: Was Sie schon immer über Energiesparen und Klimaschutz wissen wollten. Oder sollten.

Recyclingpapier schont die Umwelt. Aber warum genau?

Durch das Papier-Recycling müssen weniger Bäume abgeholzt werden. Oder war da noch was?

Klar, Recyclingpapier ist umweltfreundlich, weil für seine Herstellung weniger Holz benötigt wird. Aber vielen Verbrauchern ist nicht bewusst, dass durch den Verzicht auf Frischfaserpapier noch andere Ressourcen eingespart werden. Hätten Sie´s gewusst?

Klassischerweise wird Papier im Einzelhandel in 500-Blatt-Einheiten vertrieben. Wenn Sie statt zu einem Packen Frischfaserpapier zum Recyclingpapier greifen, tun Sie der Umwelt einen großen Gefallen: Sie sparen 4,7 Kilogramm Holz, 16,5 kWh Energie, 400 Gramm CO2, und ganze 79 Liter Wasser! Mit der eingesparten Energie könnten Sie über 100 Stunden lang eine 11-Watt-Energiesparlampe betreiben, und mit den 79 Litern Wasser je nach Effizienzgrad Ihrer Waschmaschine 1-2 Waschvorgänge durchführen.

Der Einsatz von Recyclingpapier spart Ressourcen und Treibhausgase

Es lohnt sich also schon in kleinem Rahmen auf Recycling-Papier umzusteigen. Das Einspar-Potential ist enorm, denn der Pro-Kopf-Verbrauch an Papier in Deutschland beträgt durchschnittlich 235 Kilogramm. Deutschland ist der viertgrößte Papierverbraucher weltweit hinter den USA, China und Japan.

Wenn nun bundesweit der Anteil an Altpapier um nur einige Prozente steigen würde, ließen sich schon riesige Mengen an Wasser, Holz, Energie und CO2 sparen. Daher wird von Naturschutzverbänden und Umweltorganisationen vermehrt für den Einsatz von Recyclingpapier geworben, vor allem in Schulen und Behörden.
Und das rechnet sich: Nach Schätzungen der Initiative Pro Recyclingpapier haben alle deutschen Stadtverwaltungen, die ganz oder zu einem großen Teil auf Recyclingpapier umgestiegen sind, zusammen dadurch mehr als 346 Millionen Liter Wasser, 71 Millionen kWh sowie 1,9 Millionen Kilogramm CO2 eingespart. Die eingesparte Energie entspricht übrigens dem Jahresverbrauch von über 20.000 Drei-Personen-Haushalten.

Die Menge an eingespartem Holz beläuft sich in diesem Zusammenhang nach Berechnung von Econitor auf beachtliche 11.000 Tonnen. Grundsätzlich stieg der durchschnittliche Anteil an  Recyclingpapier in den Verwaltungen im Vergleich zum Vorjahr von 70 auf über 74 Prozent.

Vorsicht ist geboten – Recyclingpapier ist nicht immer so umweltfreundlich wie angenommen

Grundsätzlich hat Recyclingpapier bereits eine bessere Rohstoff- und Energiebilanz als Frischfaserpapier. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede in der Klimabilanz, die vor allem vom Weißegrad des Papiers abhängen. Pauschal kann man sagen: Je weißer das Papier sein soll, desto ressourcenintensivere Verarbeitungsprozesse hat es durchlaufen. Zusätzlich werden beim Bleichen von Papier oft umweltschädliche Chemikalien wie Chlor, Ozon oder Wasserstoffperoxid eingesetzt; deutlich weniger schädlich ist hier der Einsatz von Sauerstoff.

Eine weitere Umweltbelastung bei der Herstellung von Recyclingpapier ist das Entfernen von alter Druckfarbe vom Papier. Dieses sogenannte De-Inking verbraucht zusätzlich Energie und Wasser, außerdem entstehen hierbei meist giftige Druckfarb-Schlämme. Bei der Verwendung von unbedrucktem Papier – bspw. Verpackungen oder Verschnitte aus der Industrie – ist dieser Schritt natürlich nicht nötig.

Am besten achten Sie bei der Auswahl Ihres Papiers auf ein vertrauenswürdiges Umweltzeichen: Der “Blaue Engel” verbietet für Recyclingpapier den Einsatz von Chlor, optischen Aufhellern, halogenierten Bleichmitteln und weiteren Chemikalien.

Das können Sie als Verbraucher tun

Der eigene Papierverbrauch sollte so gering wie möglich gehalten werden. Drucken Sie zum Beispiel zu Hause oder im Büro nur dann etwas aus, wenn dies auch wirklich notwendig ist. Statt farbig bedrucktes Schmier- oder Brainstorming-Papier einfach die Rückseite alter Anschreiben, Rechnungen oder Werbesendungen verwenden.

Beim Stichwort „Papier“ denken die meisten Verbraucher an Schreiben und Drucken. Dabei kommt  Zellstoff, der die Grundlage bei der Papierherstellung bildet, in vielen verschiedenen Bereichen zum Einsatz etwa bei Toilettenpapier, Taschentüchern, Windeln, Briefumschlägen und Servietten. Auch hier sollten Sie Produkte aus Recyclingpapier verwenden.

Weiterführende Links:

Die Hersteller von Recycling-Papier finden Sie auf der Webseite des Blauen Engels

Initiative Pro Recyclingpapier

3 Kommentare
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  1. [...] Warum schon Recyclingpapier die Umwelt? [...]

  2. [...] Und warum Papiertüten auch nicht automatisch umweltfreundlich sind, lesen Sie hier. [...]

  3. [...] Mehr Informationen zum Thema „Recyclingpapier“ erhalten Sie hier. [...]