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Nach uns, ohne Öl – Michael Angrick

Öl spielt in verschiedenen Industriebranchen eine fundamentale Rolle und ist als Basis vielzähliger Produkte aus dem Alltag nicht wegzudenken. Allerdings werden die Ölvorräte in den nächsten Jahrzehnten kontinuierlich sinken, so dass ein Umdenken bei der Produktion erforderlich ist: Weg vom Öl, hin zu nachhaltigen Alternativen.

Kurzdarstellung:

Nachhaltige Produktion geht dem Präsident des Umweltbundesamtes Jochen Flasbarth  zufolge von dem Anspruch aus, dass soziale Verantwortung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und der Schutz der natürlichen Umwelt untrennbar zusammengehören. Aber was genau versteht man darunter in der Praxis?

Genau mit dieser Frage wurde der Herausgeber des Buches, Michael Angrick, regelmäßig konfrontiert, so dass die Idee reifte, ein Buch für jüngeren Kolleginnen und Kollegen zu schreiben. Durch die Lektüre sollen diese eine Vorstellung davon erhalten, was er und seine Abteilung im Umweltbundesamt („Nachhaltige Produktion, Ressourcenschonung und Stoffkreisläufe“) unter nachhaltiger Produktion verstehen und welche Arbeitsschwerpunkte dort in den nächsten Jahren verfolgt werden.

Herausgekommen ist ein Aufsatzband mit Beiträgen verschiedener Akteure aus Wissenschaft, Industrie, Verbänden und dem Umweltbundesamt.

Rezension:

Der Leser erhält eine leider nur knappe Einführung in das Thema. Interessierte können allerdings die teilweise sehr ausführlichen Literaturlisten am Ende der Beiträge nutzen, um einen umfassenderen Einblick in die Thematik zu erhalten.

Obwohl sich dieses Buch wie bereits erwähnt an Wissenschaftler richtet, ist es auch für Laien verständlich geschrieben, allerdings schadet ein bestimmtes Vorwissen nicht und es sollte keine „frische“ Einführung mit vielen Erläuterungen und anschaulichen Grafiken erwartet werden.

Zu bedauern ist, dass nur wenige Branchen zu dem Sammelband beigetragen haben, was leider für eine eingeschränkte Sichtweise auf den Sachverhalt sorgt. Dabei hatte Angrick eigenen Angaben zufolge Verbände verschiedener Industriebereiche bezüglich einer Veröffentlichung angesprochen, aber sehr unterschiedliche Reaktionen erhalten: Während die einen sofort absagten, wollten andere einen Beitrag liefern, was aber im Endeffekt am Veto einzelner Verbandsmitglieder scheiterte.

So haben es nur einige Beiträge, etwa der Chemie-, Biotechnologie-, Automobil- oder Lebensmittelindustrie, in den Band geschafft die zumindest einen ersten Eindruck vermitteln, wie die verschiedenen Branchen angesichts der Verknappung eines der wichtigsten Rohstoffe weltweit zu reagieren gedenken bzw. inwieweit sie diesbezüglich wirklich konsequent nach Alternativen suchen oder diese bereits entdeckt haben.



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