Kreativität für die Zukunft – Die Umwelt-Aktivisten in Kopenhagen
Dass Protest nicht langweilig und farblos sein muss, beweisen die Anhänger von Umweltorganisationen bei der Weltklimakonferenz jeden Tag aufs Neue.
Zwischen den etablierten Umweltschutz-Organisationen tummelt sich so mancher Exot. Für Econitor berichtet Manuela Kronen aus Kopenhagen über Klima-Aktivisten und ihre originellen Aktionen.
17. Dezember 2009. Beim 15. Weltklimagipfel in Kopenhagen wird in einem langen Prozedere über die internationale Klima-Zusammenarbeit ab 2012 entschieden. Das Erste, woran viele Außenstehende beim Stichwort „Klimakonferenz“ denken, sind schleppende und fruchtlose Verhandlungen, ausgeführt von grau gekleideten Herren, die sich grübelnd am Kopf kratzen und versuchen, sich nach den langwierigen Verhandlungen so unauffällig wie möglich wieder aus dem Staub zu machen.
Auch wenn dieses Bild gelegentlich zutrifft, ist der Weltklimagipfel in Kopenhagen alles andere als farblos und langweilig, denn Menschen aus allen Teilen der Welt sind zu der Konferenz gereist, um auf kreative Weise ihre Ideen für unsere Zukunft auf diesem Planeten zu präsentieren.
Die großem Umweltschutzorganisationen und ihre Anhänger sind ebenfalls sehr präsent
Neben ausgefallenen Vertretern sind auch die etablierten Umweltorganisationen vor Ort. Die internationale Dachorganisation des BUND, Friends of the Earth International, war bis Anfang dieser Woche mit dem ActNow!-Jugendprojekt bei der Klimakonferenz sehr aktiv, und hat immer wieder durch Aktionen auf Mängel bezüglich des Klimaschutzes hingewiesen.
So demonstrierte der ActNow!-Klimazauberer, wie man durch Flugreisen verursachte Treibhausgas-Emissionen mit Hilfe eines finanziellen Ausgleiches (Stichwort “Offsetting”, engl. für “Ausgleich”) im Handumdrehen verschwinden lassen kann, nämlich – „simsalabim“ – gar nicht! Das sehr erstaunte Publikum klatschte zu dieser Erkenntnis ausdauernd Beifall.
Eine weitere Aktion des ActNow!-Teams war die kollektive Simulation einer „Flut“ in Kopenhagen am Morgen des 12. Dezembers kurz vor der großen Demonstration. Eine Menschenmenge aus 5000 blau gekleideten Regentropfen bewegte sich durch Kopenhagens Straßen. Sie blieben immer wieder als Stauwasser stehen und rannten dann schnell als Flutwelle nach vorne schwappend weiter.
Verschiedene exotische Organisationen und Religionsgemeinschaften sind ebenfalls in Kopenhagen vertreten, um für ihre Ziele, zum Beispiel für Veganismus als Lösung des Klimaproblems, zu werben.
Das Alter spielt keine Rolle – Extrem großes Umwelt-Engagement in Kopenhagen
Alle Aktivitäten rund um den Klimagipfel veranschaulichen eine Tatsache: Es herrscht ein äußerst großes Engagement in den verschiedenen Bevölkerungsgruppen für ein wegweisendes und gerechtes Klimaschutz-Abkommen und alles, was damit zusammenhängt.
Allein durch die internationale Jugendklimabewegung sind 2000 junge Menschen nach Kopenhagen gekommen, die friedliche Demonstration am 12. Dezember hatte 50.000 Teilnehmer, eine Lichtwache mit Reden von und für die Klimabewegung hat am 17. Dezember ebenfalls viele Besucher angezogen, und das sogenannte alternative Klimaforum mit Vorträgen und Workshops rund um den Klimawandel war täglich sehr gut besucht und bot ein umfangreiches Programm.
Was wir hier in Kopenhagen erleben können, ist ein Gefühl der Gemeinschaft und ein deutlicher Wille, die schwierige Klima-Situation in den Griff zu bekommen. In den Verhandlungssälen mag Stillstand herrschen, nicht jedoch unter den enthusiastischen Zukunftsdenkern, die verstanden haben, dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, den Klimawandel aufzuhalten.
Noch steht das Ergebnis des Kopenhagener Weltklimagipfels nicht fest, nur eines ist sicher: Die Menschen, die hier zusammen gekommen sind, weil ihnen die Zukunft aller Generationen am Herzen liegt, werden nicht aufhören, mit ihren Kräften und ihrer Kreativität die Zukunft zu formen.

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