Bio-Baumwolle ist umweltbewusst und modisch
Ökologische Kleidung gilt heute oftmals als bieder, einfach und unmodisch. Das muss nicht sein. Green Fashion ist bereits chic und ein Modetrend, auch Warenhäuser bieten Bio-Kleidung an. Aber was macht diese Kleidung so "bio"? Und wie stellt sich die Textilindustrie darauf ein?
Bio-Kleidung, Green Fashion oder Öko-Klamotten – es gibt viele Bezeichnungen für den neuen Modetrend. Genauso wie die Verbraucher zunehmend darauf achten, wo ihr Fleisch und ihre Eier herkommen, unter welchen Bedingungen die Tiere gezüchtet werden und welche Transportwege sie zurücklegen mussten, so schärfen sie gleichzeitig ihre Wahrnehmenung, wenn es darum geht, was sie am Körper tragen. Woher stammen die Stoffe? Inwieweit wurden sie chemisch behandelt? Wie weit mussten sie transportiert werden? Auch beim Klamottenkauf sollten Kunden Fragen stellen – wenn Informationen nicht gleich ersichtlich sind, gerne auch die Verkäuferinnen und Verkäufer direkt vor Ort.
War Eco Fashion bisher ein Nischenprodukt, das umweltbewusste Modefans vorzugsweise in teuren Boutiquen oder im Internet kaufen mussten, so springen mittlerweile auch die großen Textilketten auf den Zug auf. H&M bietet seit ein paar Jahren Babykollektionen aus biologisch angebauter Baumwolle an. In den Filialen finden sich mittlerweile auch „Organic Cotton“-Kleidungsstücke für Frauen und Männer. Bei C&A gibt es seit März 2008 eine eigene „Bio Cotton“-Kollektion mit Stücken aus biologisch angebauter Baumwolle.
Welche Stoffe sind wirklich gut für die Umwelt?

Bio-Kleidung gibt es auch für Kleinkinder.
Die „Cotton“-Produkte bestehen aus Bio-Baumwolle, die nach den Vorschriften der Öko-Verordnung der Europäischen Union angebaut wird. Dies bedeutet, dass beim Anbau auf giftige Pestizide oder Düngemittel verzichtet und im Gegensatz zu konventioneller Baumwolle wesentlich weniger Wasser verbraucht wird.
Doch es gibt auch andere Grundstoffe, die ebenso ökologisch sinnvoll sein können. Biologisch abbaubare Bambusfasern, nachwachsende Rohstoffe wie Soja oder hautfreundliche Hanfwäsche stellen eine Alternative zu herkömmlichen Textilien dar. Genauso wichtig wie der Anbau und die sparsame Verarbeitung von Rohstoffen ist der Vertrieb der Kleidungsstücke. Wenn es um verantwortungsvolle, nachhaltige Textilproduktion geht, schließt dies die Zahlung von Mindestlöhnen und faire Arbeitsbedingen in den Fabriken mit ein.
Genauso wichtig ist Wiederverwertung alter Stoffe. Es gibt Modehersteller, die alte Materialien wie Papier, Gummi und Reißverschlüsse recyceln und in ihre neuen Modeentwürfe einarbeiten. Auch Verbraucher selbst können altes wie neu aussehen lassen – einfach indem sie die umfangreichen Second-Hand-Geschäfte ihrer Stadt durchsuchen. Hier findet man ausgefallene Stücke zu günstigen Preisen und hilft im Falle von karitativen Kleiderkammern gleichzeitig sozial schwächeren Menschen.
Noch kein einheitliches Eco Fashion-Siegel
Um beim Shoppen auf Nummer sicher zu gehen, sollte man sich über die Bedeutung verschiedener Öko-Labels informieren. Ein einheitliches Gütesiegel für Textilien gibt es leider immer noch nicht. Seit letztem Jahr wird von der Textilindustrie das GOTS-Label („Global Organic Textile Standard“) vergeben, das in Deutschland das ältere Naturtextil-Logo ablöst. Es steht für umweltfreundlich produzierte Kleidung, die aus mindestens 90 Prozent reinen Naturfasern hergestellt wird – dabei müssen jedoch lediglich 70 Prozent der Fasern aus Bio-Erzeugung stammen.

Bio-Baumwolle wird ohne Pestizide und Düngemittel angebaut.
Das bekannte Fairtrade-Siegel des Vereins TransFair bezieht sich nicht nur auf fair gehandelte Produkte, sondern unter anderem auch auf biologische Baumwolle. Es wird unter dem Namen „Fairtrade Certified Cotton“ geführt. Noch umfassender ist der Öko-Tex Standard 100-Siegel, das seit 1992 von den Prüfstellen der „Internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textilökologie“ vergeben wird. Es kennzeichnet schadstoffgeprüfte Textilien, die unter strengen Umweltauflagen und sozialen Standards produziert werden.
Kurz & Knapp
Eco Fashion ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern oftmals auch hautfreundlicher. Mit fair gehandelten Kleidungsstücken fördern Konsumenten zudem die Durchsetzung sozialer Produktionsstandards.
Achten Sie beim Wäschekauf auf ein Öko-Siegel. Sollte es fehlen, bitten Sie das Verkaufspersonal um nähere Informationen.
Nutzen Sie Second-Hand-Angebote. Je länger Kleidungsstücke getragen werden, desto besser für die Umwelt.
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Ich hatte mich schon immer gefragt, was der “Bio”-Begriff (den ich bisher nur mit Nahrungsmitteln verbunden habe) bei Klamotten soll — habe ich jetzt verstanden. Danke! :-)
Super Beitrag, sehr Informativ und gut Geschrieben. Da schaut man doch gerne mal wieder auf dieser Website vorbei! Alles Gute aus dem Norden.