In einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 155.000 Euro geförderten, bundesweiten Pilot-Projekt wird ein nachhaltiges Unternehmenskonzept für den Landesverband Unterweser-Ems des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH) entwickelt. Es soll als Modell für das gesamte DJH mit seinen 14 Landesverbänden und über 540 Jugendherbergen sowie für Jugendreisen und Klassenfahrten dienen.
DJH: Nachhaltigkeit als Grundlinie
Ziel des Projektes sei es, ein nachhaltiges Unternehmenskonzept zu entwickeln, durch das sich alle Jugendherbergen und der gesamte Landesverband nachhaltig ausrichten, betonte Thorsten Richter, Geschäftsführer des DJH Landesverbandes Unterweser-Ems. Nachhaltigkeit solle als Grundlinie konsequent in das bestehende Managementkonzept eingeflochten und die nachhaltige Entwicklung durch ein wirkungsvolles Qualitätsmanagement messbar und transparent gemacht werden. Dabei gehe es nicht um ein „ökologisches Feigenblatt“, sondern um die Entwicklung einer ernsthaften Nachhaltigkeitsstrategie, die mit definierten, quantitativen Zielen und konkreten Kennzahlen arbeite und in allen Unternehmensbereichen erlebbar werde. Auch gehe es um eine auf Eigenverantwortung, Partizipation, Marktorientierung und gesellschaftliche Verantwortung aufbauende Unternehmensphilosophie.
Ausgehend von vier Jugendherbergs-Standortypen (Insel/Borkum, Stadt/Bremen, ländlicher Raum/Bad Iburg, touristisches Zentrum/Alfsee) erfolgt eine Ist-Analyse zu Themenfeldern wie Energieeffizienz und Kohlendioxid-Neutralität, Einkauf und Beschaffung sowie Marketing und Vertrieb. Dabei geht es beispielsweise darum, Güter und Dienstleistungen umweltverträglich zu beschaffen und auch die Angebote der Jugendherbergen auf Umweltverträglichkeit zu überprüfen. Pro Jugendherberge wird ein individueller Zielkatalog mit Umsetzungszeitplan erarbeitet. Nach dessen Umsetzung werden alle 32 Jugendherbergen des Landesverbandes nach Standorttypen kategorisiert und nach einer individuellen Analyse in den Qualifizierungs- und Beratungsprozess eingebunden.
DBU: Projekt als „wegweisend“ einzustufen
Angesichts dieser Dimensionen und der großen Multiplikatorwirkung des DJH sei das Projekt als „wegweisend“ einzustufen, betonte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Zwar gebe es im Landesverband bereits einige umweltorientierte Jugendherbergen, diese berücksichtigten allerdings häufig nur Einzelaspekte. Außerdem seien deren Erfahrungen bisher nicht in ein umfassendes Unternehmenskonzept zum Nutzen aller im Verband organisierten Jugendherbergen systematisch eingebunden worden. Für Brickwedde besteht mit dem Pilot-Projekt die große Chance, den Gedanken des nachhaltigen Wirtschaftens im Sinne eines integrierten Nachhaltigkeitsmanagements im gesamten Deutschen Jugendherbergswerk und auch in vergleichbaren Einrichtungen außerhalb des DJH langfristig zu verankern und sichtbar zu machen.

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