Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat anlässlich des Oder-Hochwassers die Reformierung der Bundeswasserstraßenverwaltung gefordert. Während in der Verwaltung der Wasserstraßen auf jeden einzelnen Binnenschiffer mehrere Behördenangestellte kämen, scheitere der ökologische Hochwasserschutz am fehlenden Personal und an mangelnder Finanzierung. Eine reformierte Wasserstraßenverwaltung müsse die von ihr bisher verbauten Flüsse wieder in einen naturnahen Zustand versetzen und umweltgerechte Strategien zur Hochwasservorsorge entwickeln.
Erforderlich seien außerdem Konzepte zur Beherrschung der wegen der Klimaerwärmung auftretenden extremen Hoch- und Niedrigwasserstände der Flüsse. Im Osten Deutschlands gelte dies vor allem an Oder und Elbe. Im Einzugsgebiet der Flüsse müssten natürliche Wasserspeicher wie Auen, Moore und Nasswiesen renaturiert werden. Deren Wirkung ähnele der von riesigen Schwämmen, die überschüssiges Regenwasser aufsaugen und speichern könnten.
Der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger, warnte davor, den Hochwasserschutz auf den Deichbau zu verengen. Es werde auch beim Oder-Hochwasser seitens der Behördenvertreter und Politiker davon geredet, ob die Deiche hielten oder nicht, aber kaum jemand thematisiere die Notwendigkeit, im Einzugsbereich der Flüsse den ursprünglichen natürlichen Zustand wiederherzustellen und mehr Überschwemmungsflächen zu schaffen.
Zwar habe die rot-grüne Bundesregierung nach der Elbe-Flut von 2002 ein Fünf-Punkte-Programm zur Hochwasserbekämpfung vorgelegt und ein Hochwasserschutzgesetz erlassen. In der Realität sei davon jedoch nur wenig umgesetzt worden. Nach wie vor fehle ein generelles Bau- und Ackerverbot in potentiellen Überschwemmungsgebieten. Auch das Vorhaben, den Flüssen mehr Raum zu geben, sei weitgehend gescheitert.
Entweder würden aus der aktuellen Oder-Flut Konsequenzen gezogen und die Flüsse in einen möglichst natürlichen Zustand gebracht oder das nächste Hochwasser werde wieder Menschenleben fordern und enorme Sachschäden anrichten. Es dürfe nicht sein, dass regionale Nutzungsinteressen Vorrang vor dem Schutz von Menschenleben hätten. Deichbauten und andere technische Maßnahmen zur Abwehr des Hochwassers wiegten die Anwohner in einer fragwürdigen Sicherheit, es bliebe aber die ständige Gefahr von Deichbrüchen und Überflutungen. Ein wirklicher Schutz könne nur mit Konzepten des ökologischen Hochwasserschutzes erreichen werden.
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Auskunft zur aktuellen Hochwasserlage in Deutschland finden Sie im Hochwasser-Portal

Nach uns, ohne Öl – Michael Angrick 









