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Gewinn mit Sinn – Mechthild Upgang

Grüne Geldanlagen liegen im Trend und werden fleißig beworben. Aber Achtung: Bei der Auswahl der Anlage sollten Sie genau hinschauen.

Kurzdarstellung:

Nachhaltige Investments boomen. Das liegt einerseits am „grünen Sinneswandel“, durch den viele Verbraucher nicht nur auf Bioprodukte umsteigen und ihren Konsum allgemein nachhaltiger gestalten, sondern auch ihr Geld sinnvoll, d.h. nach ökologischen und / oder ethischen Kriterien anlegen möchten.

Zum anderen hat die Finanzkrise viele Menschen aufgeschreckt und verunsichert: Seitdem gelten Banker mehr denn je als unmoralisch und boni-fixiert und Banken als Inbegriff der Skrupellosigkeit  und Habgier. Hinzu kommt die Angst, dass das (zukünftig) angelegte Geld nicht mehr sicher ist, da den Banken eine zu hohe Risikofreude unterstellt wird bzw. der Vertrauensverlust auf Seiten der Kunden sehr groß ist.

Diese Vertrauenskrise beschert der grünen Konkurrenz einen Kundenansturm. So verzeichnet allein die GLS Bank, im Bereich Nachhaltigkeit deutschlandweit führend, 2009 einen Kundenanstieg um über 30 Prozent!

Aber was zeichnet nachhaltige Geldanlagen aus? Inwieweit unterscheiden sie sich voneinander? Und sind sie wirklich so risikoarm, wie oft behauptet wird?

Rezension:

Auf diese Fragen gibt Mechthild Upgang eine ausführliche Antwort. So wird deutlich, dass nachhaltig nicht gleich nachhaltig ist: Während zum Beispiel Banken, die sich der christlichen Tradition verpflichtet haben, traditionellerweise eher auf soziale Kriterien achten, ist bei anderen Anbietern auch eine Investition basierend auf rein ökologischen Kriterien möglich. d.h. wenn in einem solchen Fall ein Kunde in Kraftwerke investiert, die Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugen, sind die Arbeitsbedingungen der dort Beschäftigten bei der Bewertung der Nachhaltigkeit der Anlage nebensächlich.

Bei Geldanlagen denken viele Verbraucher automatisch an Aktien oder eine Lebensversicherung. Die Autorin zeigt die Vielfalt der nachhaltigen Möglichkeiten auf: So können Sie zum Beispiel in Windkraftwerke, Wald, Mikrofinanz- oder Immobilien-anlagefonds investieren oder eine nachhaltige Riester-Rente als private Altersvorsorge wählen.

Aber Vorsicht: Bevor Sie investieren, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, welcher Anlagetyp Sie sind. Denn dies betont Upgang immer wieder: Nehmen Sie nur so viel Risiko auf sich, wie Sie auch bereit sind zu tragen! So sollten Sie beispielsweise bei Aktienfonds genau auf die Zusammensetzung der Anteile achten. Grundsätzlich gilt, auch bei nachhaltigen Geldanlagen: Ein hoher Profit geht immer einher mit einem hohem Risiko.

Wichtig auch in diesem Kontext: Nicht nur die „grünen Geldhäuser“, sondern auch die meisten „konventionellen“ Banken bieten heute nachhaltige Geldanlagen. Bei strengeren ökologischen und / oder sozialen Ansprüchen ihrerseits lohnt es sich, auch den Finanzdienstleister selbst genauer unter die Lupe nehmen.

Fazit:

Das informative Buch eignet sich zwar auch für Leser, die sich bisher kaum mit dem Thema „Geldanlage“ beschäftigt haben, wer allerdings nicht regelmäßig in den Wirtschaftsteil der Zeitung schaut, sollte etwas mehr Zeit zum Lesen einplanen.



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