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Germanwatch fordert faire und grüne Handys

Freitag, 03. September 2010 - Im Rahmen der IFA ruft die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Verbraucher dazu auf, verstärkt auf Nachhaltigkeit zu achten – Unterschriftenaktion „makeITfair“ gestartet

Zum Beginn der 50. Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin kritisiert Germanwatch den anhaltenden Boom im Elektroniksektor, der die Problematik auf dem Rohstoffmarkt und in der Herstellung zusätzlich verschärft. Laut Cornelia Heydenreich, Referentin für Unternehmens-verantwortung bei Germanwatch, ist vielen Verbrauchern noch immer nicht bekannt, welche Sozial- und Umweltfolgen die Produktion von Handys und mp3-Playern hat. Der Trend zum Zweit- und Dritthandy in der Schublade führe zu einem weltweit steigenden Bedarf an Rohstoffen, der immer größere Probleme verursache.

Mehr Transparenz und nachhaltige Alternativen für Verbraucher gefordert

Aber nicht nur der Verbraucher könne aktiv werden, insbesondere die Unternehmen sollten ihre Verantwortung wahrnehmen. Heydenreich forderte sie dazu auf, stärkere Anreize zu setzen, um ihre Produkte zu recyceln, da das Marketing der Unterhaltungsbranche die Wegwerfmentalität verstärke. Würde sie etwa bei Vertragsverlängerungen einen Anreiz für das Recycling des alten Gerätes setzen, ließen sich deutlich mehr Rohstoffe wiederverwerten.

Die CSR-Expertin forderte die Unternehmen auf, für mehr Transparenz zu sorgen und den Kunden Alternativen anzubieten. Denn die Unterhaltungsbranche schweige in den meisten Fällen zur genauen Herkunft der Rohstoffe sowie zum Aufbau der Lieferkette. Die Hersteller hätten keine wirklich umweltfreundliche und fair produzierte Elektronik im Sortiment, und Verbraucher kaum eine Chance, sich vor dem Kauf über die Entstehung eines Produktes zu informieren. Ziel müsse es sein, eine nachhaltige Lieferkette zu gestalten, in der transparent die einzelnen Schritte der Produktion verfolgt werden können.

Unterschriftenaktion für nachhaltige Produktion und Verwertung gestartet

Mit dem Projekt „makeITfair“ sammelt Germanwatch deshalb Unterschriften von Verbrauchern, die von den Unternehmen fordern „Ich will ein faires und grünes Handy!“ Die Unterschriften sollen den Mobilfunkanbietern überreicht werden um zu zeigen, dass die Verbraucher trotz steigender Nachfrage auch Alternativen wünschen.

Germanwatch wird am 8. September 2010 auch mit einem Stand vor der IFA über die Situation in der Handy-Lieferkette informieren und Unterschriften sammeln. Weitere Informationen zur Unterschriftenaktion finden Sie unter http://makeitfair.org/aktiv-werden