Wasserqualität – ungetrübter Badespaß

Wasserqualität - ungetrübter Badespaß Pack die Badehose ein und keine Angst vor Wasserratten oder Plantschkühen - im Sommer an den Badesee, kurz zum Feierabend in den Wannsee oder am Wochenende nach Warnemünde, der Sprung ins kühle Nass ist eine willkommene Abwechslung während der Sommermonate.

 

EU-Badegewässerbericht 2009

Ungetrübter Badespaß

Ungetrübter Badespaß

Die Binnengewässer-, Meer- und Trinkwasserqualität in Deutschland ist empfehlenswert. Pünktlich zu Beginn der Badesaison bescheinigte der aktuelle EU-Badegewässerbericht eine gute bis sehr gute Wasserqualität an deutschen Küsten und Badeseen.

Wasserqualität

Die Küstenstrände der Nord- und Ostsee sind bis auf fünf der 373 getesteten Badestrände von hoher Wasserqualität. Unter den Binnengewässern entsprechen von 1.890 getesteten Badestellen nur 20 nicht den EU-Standards.

Gesamtstatistik fragwürdig

Einige im Jahr 2008 als mangelhaft eingestuften Badestellen wurden in verschiedenen EU-Staaten von der Prüfliste gestrichen und blieben bei der aktuellen Betrachtung außen vor. Eine fragliche Praxis, die natürlich die Gesamtstatistik aufwertet und bereits seit einigen Jahren wiederholt wird.

Baden in Seen und Flüssen

Schwimmen hält fit und ist gesund, im Sommer ist der Spaßfaktor bei angenehm sommerlichen Wassertemperaturen umso größer. Nachdem sich der Badespaß in den 60er und 70er Jahren in die Hallenbäder und künstlich angelegten Freizeitbäder verlagerte, besinnen sich viele Erholungsuchende wieder auf die nahegelegenen Badeseen oder Flussufer.

Flucht in die Hallenbäder

Während der 70er Jahre hatte Deutschland mit einer zunehmenden Verschutzung des Oberflächenwassers zu kämpfen. Seen starben bzw. kippten um, Flüsse führten giftiges Wasser und die Gewässer waren an vielen Stellen kaum mehr zum Baden geeignet.

Der Bau einer Vielzahl von Hallen- & Freizeitbädern begann und künstliche Beckenanlagen in allen Formen, Größen und Gestaltungsvarianten wurden zum Trend. Diese sind nun bereits 30 Jahre alt und älter. Zwar werden einige Hallenbäder heute aufwendig saniert, viele Spaß- und Hallenbäder jedoch geschlossen.

Zurück in die Natur

Also führt der Weg zurück an die Flussufer und Badeseen. Baden im Fluss ist rechtlich gesehen jedem erlaubt, da der Gemeingebrauch gilt. In den meisten kleinen und mittleren Flüssen kann ohne Einwände der Gemeinde gebadet werden.

Wassersportler profitieren von sauberen Gewässern.

Wassersportler profitieren von sauberen Gewässern.

Leider fehlt heute oft der Bademeister am Flussstrand, weshalb eine besondere Vorsicht geboten ist. Flüsse sind oft unberechenbar, wer Fließgeschwindigkeiten und Strömungen unterschätzt, kann schnell in eine gefährliche Situation geraten. Stark verbaute und befahrene Flüsse und Kanäle sollten mit Vorbehalt beplantscht, Mutproben auf den trockenen Boden verlagert werden.

Kontrolle der Wasserqualität

In Deutschland gibt es rund 2000 gemeldete Badegewässer, darunter Kiesgruben, Stauseen und natürliche Seen. Für die Kontrolle der Wasserqualität sind die Gesundheitsämter zuständig. Doch unter schlechten Bedingungen kann sich die Wasserqualität sogar stündlich ändern. Der Vorteil der künstlich angelegten Spaß- und Hallenbäder liegt daher in der Möglichkeit, flexibel und zeitnah auf eventuelle Qualitätsveränderungen des Badewassers reagieren zu können.

An natürlichen Badestellen wird der Qualitätswert nur bestimmt und kann kaum beeinflusst werden, als Reaktion werden Empfehlungen ausgesprochen. Diese sollten berücksichtigt oder an unkontrollierten Badestellen ein eigener Eindruck verschafft werden. Rein instinktiv sollten Gewässer gemieden werden, die stinken oder sehr trübe sind. Nach starkem Regen während einer Schönwetterperiode wird viel Schmutz ins Wasser gespült, in dem Fall sollte ebenfalls aufs Baden verzichtet werden.

Plantschen in der Ostsee

Strand Darßer Ort

Strand Darßer Ort

Die Ostseestrände genießen mit wenigen Ausnahmen hinsichtlich der Wasserqualität das Prädikat sehr gut. Die kilometerlangen Strände an Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns Küsten liefern die besten Voraussetzungen für den Badespaß im Sommerurlaub. Geringe Strömung, kein Wechsel zwischen Ebbe und Flut sowie breite Sandstrände, Surftreffpunkte und Yachthäfen reizen die Urlauber.

Der Tourismus ist in den Ostseebundesländern eine wesentliche Einnahmequelle, allein aus diesem Grund und natürlich im Hinblick auf den Naturschutzaspekt sind die Bemühungen um den Erhalt der sehr guten Wasserqualität groß. Deshalb wird das Wasser der Ostseestrände regelmäßig kontrolliert.

Die Ostsee ist für ihre weitläufigen FKK-Abschnitte bekannt. Von einigen verpönt, doch von vielen geliebt, wird die „Freie Körper-Kultur“ auch von sehr vielen jungen Urlaubern und insbesondere Einheimischen bevorzugt. Die FKK-Strände sind für gewöhnlich ausgeschildert. Ohne ein Plädoyer auf die FKK – Abschnitte halten zu wollen, so ist FKK weder „ossig“ noch primitiv, sondern ein ganz wesentlicher Teil der Ostseebäderkultur.

Wandern in der Nordsee

Kürzlich wurde das Wattenmeer durch das Weltnaturerbe-Komitee der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt. Der einmalige Naturraum als hochsensibles Ökosystem zählt nun auch “offiziell” zu den ganz großen Naturschönheiten, wie dem Grand Canyon Nationalpark oder dem Great Barrier Reef vor der Küste Australiens.

Biodiversität

St. Peter Ording

St. Peter Ording

Der Naturraum Wattenmeer verfügt über eine enorme Biodiversität, das heißt es dient über 10.000 Tier- und Pflanzenarten als Lebensgrundlage und ist seit jeher Durchzugsgebiet zahlreicher Zugvögel.

Durch die Gezeiten geprägt, erscheint das Wattenmeer zuweilen dynamisch düster – einerseits Wasser so weit das Auge reicht, andererseits Kinderspaßpark Schlammwüste. Wann wo in der Nordsee gebadet werden kann, wird auf zahlreichen Tidekalendern der Gemeinden und Badeorte – in Print oder online – dargestellt, einen finden Sie hier

Tourismus

Bereits vor der Auszeichnung durch die UNESCO galten weite Teile des Wattenmeeres als wertvolle Naturräume und wurden als Naturdenkmäler ausgezeichnet. Dementsprechend sind die Ansprüche an die Wasserqualität und den umweltverträglichen Tourismus sehr hoch.

Einen negativen Einfluss auf das Naturerbe könnte der zunehmende Massentourismus haben. Als Urlaubsregion und Naherholungsgebiet stellt das Wattenmeer ein beliebtes Urlaubsziel dar. Wichtig wird es daher, einen ökologisch bewussten Tourismus zu betreiben. Erholungs- und Freizeitangebote sowie Unterkünfte für Wochenendurlauber oder Ferienreisende müssen an den Erhalt des einzigartigen Naturraumes angepasst und Urlauber für dessen Erhalt sensibilisiert werden.

Als problematisch erweist sich der Ausgleich zwischen Küstenschutz und Naturschutz. Denn dort wo der Naturschützer die Landschaft in einem ursprünglichen Zustand erhalten will, greift der Küstenschutz in die Natur ein, um Einwohner beispielsweise vor dem steigenden Meeresspiegel zu schützen.

Qualitätsmängel durch Algen

Saisonal sind Gewässer aufgrund der Nährstoffeinträge und der Witterung durch eine starke Eutrophierung (Nährstoffüberschuss an Nitraten und Phosphaten) und die Algenblüte belastet. Mitunter wird daher an Badeseen und Meeresstränden vom Baden abgeraten.

Eutrophierung

Zumeist klingt die Algenblüte rasch wieder ab. Doch sind die Wachstumsschübe der Algen Ausdruck des menschlichen Einflusses auf das Wasser. Die Ursache liegt dabei in einem übermäßigen Nährstoffeintrag an Phosphaten und Nitraten. Insbesondere nach langen Wärmeperioden mit anschließendem Starkregen werden obenauf liegende Düngemittel von den Feldern in die Gewässer gespült und kurbeln das Algenwachstum in den bereits erwärmten Gewässern an, starker Lichteinfall begünstigt das Wachstum zusätzlich.

Im Süßwasser vermehren sich unter günstigen Voraussetzungen vor allem die Gattungen der Anabaena – im Meereswasser, hauptsächlich die Dinoflagellate. Charakteristisch für eine vermehrte Algenblüte sind die Grünfärbung des Wassers und eine starke Trübung der Gewässeroberfläche.

Vorsicht bei Blaualgen

Die Algenblüte tritt aber auch als Schaum oder gelblich-braune Schlieren (Kieselalge) auf, was mehr ein optischer als qualitativer Mangel ist. Anderes gilt für einige Arten der Blaualge. Diese können toxische Substanzen bilden, die zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen können. In diesen Fällen wird eine Blaualgenwarnung ausgesprochen und vom Baden in den betroffenen Seen abgeraten.

Algen auf unserer Haut

Vielerlei Algen dienen heute der Kosmetikindustrie oder Naturkosmetik. Auch als Nahrungsmittel und CO2-Fresser wurden Algen bereits entdeckt.

Hübsch mit Algen.

Hübsch mit Algen.

Grünalgen gibt es in Nord- und Ostsee. Unansehnlich und müffelig, von Fliegen besurrt, vom Badegast mit einem großen, darüber steigendem Schritt bedacht – Algen am Strand sind natürlich, aber hässlich. Vereinzelt finden Biologen Gefallen an Algen, diesen Naturfreunden sei an dieser Stelle verziehen.

Braunalgen für die Haare

Doch welch Überraschung, ein wenig aufbereitet und ganz ohne Fliegen dient die Grünalge sogar als Feuchtigkeitsbooster auf sowohl weiblichem als auch männlichem Antlitz. Während Arten der Braunalge gegen fettige Haare wirken sollen, beruhigen einzelne Rotalgenarten vermutlich gestresste Schweißdrüsen. Vom Regen in die Traufe?

Blaualgen für die Durchblutung

Aber auch den nichttoxischen Blaualgen werden durchblutungsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Warum nicht gleich die toxischen, das entschlackt doch sicherlich (Keine Anleitung zum selbst probieren!).

Kurzum: Dort wo die Alge zeitweilig optische Qualitätsmängel verursacht, behebt sie diese andernorts. Also haben Sie keine Berührungsängste, denn was Sie nicht umbringt macht Sie hübscher.

Kurz & knapp

Laut EU-Badegewässerbericht entsprechen die deutschen Gewässer den Qualitätsstandards.

Der Tourismus an Nord- und Ostsee muss im Einklang mit dem Naturraum stehen.

Stark trüben Gewässern sollte der Badegast skeptisch gegenüberstehen, Warnungen unbedingt befolgen.

Weiterführende Links

Bund -Flussbüro

Stern.de – Europa lädt zum Baden ein

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