Reizend und ökologisch – Öko-Sexspielzeug
Der Gedanke „Umweltschutz“ durchdringt sämtliche Lebensbereiche. Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch die Stunden zu Zweit „ökologisiert“ werden. Wenn Kinderspielzeug heute frei von Schadstoffen ist und der Aspekt der Nachhaltigkeit ein Verkaufsargument wird, sollte auch das Spielzeug ab 18 neuen Maßstäben genügen.
Umweltbewusst in allen Lebenslagen
Sex in der freien Natur wird bei herbstlichen Temperaturen weit unter 20 Grad zur Zitter- und nicht Lustpartie. Aber – im Interesse der Gesundheit gelangt die Natur nun häufiger ins gemütliche Schlafzimmer oder wo immer es warm beheizt und halbwegs bequem ist. Wir redeten mit einem Pärchen über ökologische Trends und wie das Umweltbewusstsein nun auch das Schlafzimmer erobert.
Thula und Jacob sind seit vier Jahren ein Paar. Beide leben sehr umweltbewusst, sie kaufen vorzugsweise im Bioladen, beziehen nachhaltigen Ökostrom und achten auf ihre CO2-Bilanz. Dabei verzichten sie nicht auf Komfort, sondern heizen effektiver als andere oder investieren in Elektrogeräte der Energieeffizienzklasse A++.
Nachhaltige Sextoys – Prädikat „Öko“
Ohne sich als „Ökos“ oder „Bios“ zu bezeichnen, achten beide auch beim Kauf von Freizeitartikeln wie Sextoys auf gesunde Inhaltsstoffe oder eine umweltfreundliche Verpackung und Entsorgung. Wir haben sie plaudern lassen…

Ökologische Sextoys - auch ein Mehrwert für die Gesundheit
Thula: Als Jacob mich das erste Mal auf Sextoys ansprach, waren wir gerade ein Jahr zusammen. Vielfach liest man, dass Pärchen ihr Sexleben nach einer längeren Durststrecke mit frechen Lustburschen oder anderen Erotikartikeln auffrischen.
Jacob: Also, das wollte ich damals überhaupt nicht ausdrücken. Als ich sie dazu fragte, hatte ich gerade den Beitrag „Vibratoren – Dreck am Stecken“ in der Zeitschrift Ökotest gelesen und wollte einfach wissen, wie Thula zu Sexspielzeug steht.
Thula: Es kam dann zu einer Diskussion über die unbegrenzten Möglichkeiten unserer gemeinsamen Lieblingsbeschäftigung. Allerdings schlossen sich schnell einige Möglichkeiten aus. Erstens, es war tiefster Herbst mit kalten Temperaturen gen Null.
Jacob: Und ich schwitze und stottere, schon wenn ich bei Maccis 2 Burger ohne Gurke bestellen will.
Thula: Was er damit sagen will, Sex in der Öffentlichkeit erzeugt bei ihm eher Nervosität als Lust. Naja, ich arbeite daran. Ne, Schatz? **
Jedenfalls fand ich den Gedanken doch recht spannend, zumal Jacob häufig beruflich ins Ausland muss. Ich habe dann mit einer Freundin den Erotikladen „Nur für mich“ besucht. Wir hielten uns für ganz verwegen und wurden von einer reizenden Dame über Vibratoren, Dildos, Liebeskugeln und vieles mehr „aufgeklärt“.
Wir, also der Jacob und ich, hatten uns vorher über Dildos und Massagestäbe informiert und waren doch recht erstaunt, welche Inhaltsstoffe diese enthalten können. Der Preis sollte daher keine Rolle spielen. Ich wollte auf gar keinen Fall einen Dildo oder Liebenskugeln, die schadstoffbelastet sind. Es ist doch erstaunlich, dass viele dieser Inhaltsstoffe in Kinderspielzeug verboten sind, aber unseren Schleimhäuten zugemutet werden. Leider hatte die Erotik-Boutique die ökologischen Produkte noch nicht im Angebot, so dass ich mein zweitbestes Stück im Internet bestellte.
Bedenkliche Inhaltsstoffe
Da Sexspielzeug oft in Berührung mit den Schleimhäuten kommt, gelangen giftige Inhaltsstoffe schneller in den Körper, weswegen große Vorsicht insbesondere bei Jelly-Produkten geboten ist: Weich-PVC oder PVDC und chlorierte Kunststoffe enthalten häufig krebserregende Weichmacher der Gruppe Phthalate. Sogenannte Latex-Produkte können Dibutyl- (DBT) und Tributylzinn (TBT) enthalten, diese Stoffe sind hochgiftig und können das Immun- und Hormonsystem stören. Darüber hinaus enthalten einige Produkte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die krebserregend wirken.

unbedenkliches Material: Holz
Den besten Schutz vor Mangelware bietet vorerst ein Geruchstest, wenn das Produkt bereits nach Chemie oder Gummi riecht, liegt es nahe, dass auch entsprechende Inhaltsstoffe vorhanden sind. Doch selbst Produkte, die nachweislich frei von schädlichen Inhaltsstoffen sind sollten vor dem Einsatz gründlich abgespült werden, um Industriestaub und Verpackungsrückstände zu beseitigen.
Ungefährliche Materialien sind beispielsweise Edelstahl, Granit, Ahornholz, Acrylglas, Aluminium, Glas, Naturlatex oder echtes Silikon. Wobei insbesondere Silikon kaum abbaubar und daher nicht ökologisch ist. Latex kann Allergien hervorrufen. Beim Kauf eines Latex-Sextoys sollte ein Fair-Trade-Produkt gewählt werden.
Fair-Trade für den ökologisch korrekten Fetisch
Thula: Es ist erstaunlich, wie viele Produkte es auf dem Erotikmarkt bereits gibt, die einem ökologischen Prinzip folgen. Ökogleitgel auf Wasserbasis zum Beispiel sorgt für mehr Komfort. Die umweltgerechte Verhütung mit ökologisch unbedenklichen Kondomen bietet Schutz und ein grünes Gewissen. Fair-Trade-Produkte werden ebenfalls angeboten: Indische Familien stellen in Handarbeit kleine Sextoy-Schläger in Teppichklopfer-Design für den ökologisch korrekten Fetisch her.
Jacob: Die Thula hat sich jedenfalls einen „Lovemoiselle“ aus Glas gekauft, ein richtiges Designobjekt. Und auch wenn sie anfangs diskutieren wollte – ein Dildo ist einfach keine Deko. Auch in einem aufgeklärten Haushalt nicht.
Kurz & Knapp
Es gibt bereits viele ökologische Sextoys auf dem Markt, die auch gesundheitlich unbedenklich sind.
Wenn Sexspielzeug beim Auspacken nach Gummi oder Chemie riecht, lieber die Finger davon lassen.
Weiterführende Links
Öko-Test – Vibratoren: Dreck am Stecken
Fit for Fun – Öko-Sexspielzeug
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Jacob: (lächelt schief) So oft wie ich dieses Jahr im Kino war…
Thula: (grinst) …manchmal besorg ich sogar Karten für spannende Filme.
Jacob: Hätt mich ehrlich gesagt auch gewundert, wenn dich die Filme alle interessierten.

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