IFA 2009 Energieeffizienz und Komfort – ein Besuchereindruck

IFA 2009 Energieeffizienz und Komfort - ein Besuchereindruck Die IFA 2009 ist bunt, laut und vor allem in 3D. Bei der Unterhaltungselektronik steht die Multimedialität im Vordergrund. Viele Hersteller der Haushaltsgeräte werben mit Energieeffizienz und Komfort. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Ihr Herd Ihnen sagt, dass Sie ein schlechter Koch sind.

 

Im Mittelpunkt der IFA stehen jedes Jahr die neuesten Multimedia-Entwicklungen und seit 2008 auch innovative Haushaltstechnik von der Waschmaschine bis zum Eierkocher. „Energieeffizienz“ ist auf der Internationalen Funkausstellung 2009 ein zentrales Thema.

Die Aussteller legten neben Energieeffizienz der Haushaltsgeräte großen Wert auf den Komfort im Haushalt. Bei der Unterhaltungselektronik spielt die Energieeffizienz dagegen noch eine kleine Rolle und die Multimedialität tritt in den Vordergrund.

Effiziente Haushaltsgeräte und mehr Komfort in allen Lebensbereichen

Beide Ansprüche, sowohl die Erhöhung des Komforts der Lebensbereiche Wohnen und Freizeit als auch die Entwicklung und Verbreitung energieeffizienter Elektrogeräte, waren auf der IFA 2009 deutlich zu erkennen.

Energieeffiziente Elektrogeräte

Energieeffiziente Elektrogeräte

Intelligente Elektrogeräte

Dabei sollen mehr Komfort und eine höhere Energieeffizienz hinsichtlich Stromverbrauch, Gas- oder Ölaufwand, insbesondere durch Automatikprogramme realisiert werden. Intelligente Elektrogeräte – auch „Smart Appliances“ genannt – erkennen Speisen und ihre Garzeit oder den Verschmutzungsgrad der Wäsche und schlussfolgern daraus den Wärmeenergieaufwand oder Wasserbedarf für die jeweils notwendigen Funktionen.

Von den automatisierten Haushaltsgeräten sind Frau und Mann gleichermaßen beeindruckt, denn sie können sowohl Wissenslücken schließen (Wie viel Spülmittel braucht man für die Steakpfanne?) als auch Terminengpässe überbrücken (den Putenbraten zu 12Uhr servierfertig und die Knödel, Bohnen sowie das Rotkraut ebenfalls) und damit den Komfort in der Küche deutlich erhöhen. So erkennt der Backofen das Backgut in der Röhre und wählt automatisch die entsprechende Hitze und Garzeit für den Apfelkuchen oder Weihnachtsbraten. Gleichzeitig kann der Stromverbrauch reduziert und die Gas- und Ölrechnung minimiert werden.

Ressourcen effizient verbrauchen

Doch auch andere Ressourcen werden geschont. Smarte Waschmaschinen oder Geschirrspüler messen laufend die Verschmutzung des Abwassers, dosieren die notwendige Menge Reinigungsmittel und Wasser automatisch. So können nicht nur Energiezufuhr sondern auch Reinigungsmittel oder die Wassermenge exakt angepasst und damit effizient verwendet werden. Oder wie es ein Aussteller ausdrückte: „Diese Waschmaschine werden Sie beim Waschen kaum hören und auf der Stromrechnung kaum sehen.“

Bei den Neuheiten auf der IFA 2009 wird also nicht nur Energieeffizienz größer als bisher geschrieben, der umwelt- und kostenbewusste Verbrauch anderer Ressourcen wie Wasser oder chemischer Zusatzmittel wird in die Produktentwicklung und Programmierung von elektronischen Haushaltsgeräten ebenfalls einbezogen.

Lebenshilfe mit ökologischem Zusatznutzen?

Bei den großen Markenherstellern ist die Energieeffizienz der Elektrogeräte, die ressourcenbewusste Verwendung der Materialien oder der Wasserverbrauch der Geräte ein wichtiges Thema. So sind die Hinweise „Green Technology inside“, die Bezeichnungen „ecoPLUS“ oder Sprüche wie „Alles im Grünen Bereich“ nicht zu übersehen.

Grüne Technologie

Grüne Technologie

Ökologische Extras fürs Marketing

Die Erhöhung der Energieeffizienz von Haushaltsgeräten spielt nicht nur bei der Entwicklung eine große Rolle auch das Marketing der Produkthersteller nimmt die diversen ökologischen Extras der Elektrogeräte gern auf.

Hersteller und vermehrt auch der Einzelhandel erkennen den Wunsch des Verbrauchers nach mehr Kostenersparnissen, Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit ihrer Neuanschaffungen. Entsprechend „grün“ werden die Produkte vermarktet, der häufig vermeintlich ökologische Aspekt der Effizienz in den Vordergrund gestellt und Geräte mit diesem Attribut teurer verkauft. Daher ist es wichtig, neue Produkte mit einem kritischen Auge zu betrachten und neue Funktionen bezüglich ihrer Notwendigkeit und dem ökologischen Zusatznutzen zu hinterfragen.

Energieeffizienzklassen

Wenn Elektronikgeräte mit dem Label „Energieeffizienzklasse A“ heute als ökologisch angepriesen werden, sollte bedacht werden, dass Geräte mit dem Label der Energieeffizienzklasse A+ und A++ weitaus weniger Energie benötigen. So unterschreiten Elektrogeräte der Energieeffizienzklasse A+ den Energieverbrauch eines vergleichbaren Gerätes der Klasse A um 25 Prozent, ein Elektrogerät der Energieeffizienzklasse A++ ist sogar 45 Prozent sparsamer als ein entsprechendes Haushaltsgerät der Effizienzklasse A.

Effiziente Unterhaltungselektronik ist die Ausnahme

Im Bereich der Unterhaltungselektronik trat die Energieeffizienz auffallend zurückhaltender auf als bei den Haushaltsgeräten. Vereinzelt wurden Flachbildschirme angepriesen, deren Stromverbrauch von 200Watt auf 100Watt gesenkt werden konnte. Die Energieeinspar-Potenziale gerade in Bezug auf die LCD-Technik sind jedoch kaum ausgereizt. Solang die Qualität der funktionalen Aspekte wie der Bildqualität noch nicht den höchsten Ansprüchen der Unterhaltungsbranche entspricht, treten die Bemühungen um mehr Energieeffizienz der Multimediageräte in den Hintergrund.

IFA_Besucherbericht

IZT warnt vor vermehrten CO2 Ausstoß

Siegfried Behrendt, ein Experte für effiziente und nachhaltige Unterhaltungselektronik des Berliner IZT (Institut für Zukunftsstudien & Technologiebewertung) mahnt dabei an:

Ob Googeln, Spielen, Downloaden oder Chatten, die Informations- und Kommunikationstechnik verursachte bereits 2007 mehr CO2-Emissionen als der gesamte deutsche Luftverkehr.“

Angesichts dessen sollten die Ansprüche an die Energieeffizienz der Unterhaltungselektronik zumindest bis zur nächsten IFA im Jahr 2010 sichtbar ansteigen. Ziel sollte es sein, auch in der Unterhaltungselektronik serienmäßige Energiesparprogramme anzubieten.

3D und vernetztes Fernsehen

Auf der IFA 2009 stand insbesondere das 3D-Erlebnis oder das vernetzte Fernsehen im Vordergrund der Präsentationen. Nach dem Motto „Lauter, bunter und multimedialer“ stellten alle bekannten Marken der Unterhaltungselektronik ihre Neuheiten vor. Das 3D-Fernsehen ist Trend auf der IFA 2009 und verspricht nun ein recht eindrucksvolles, wenngleich noch nicht perfektes TV-Erlebnis. So ist die Frontalansicht ohne Zweifel unterhaltsam, die Bilder von der Seite betrachtet aber noch nicht optimal.

Wer die Band U2 noch nicht live miterlebte, kann dies in 3D nachholen und das grandiose Stadiongefühl annähernd nachvollziehen (ein realer Besuch wird trotzdem sehr empfohlen). Die ersten 3D-TV-Geräte sollen spätestens 2010 auf den Markt kommen. Bleibt abzuwarten, wann das erste Fußballspiel in 3D ausgestrahlt wird und sich das Wohnzimmer in eine Fußballarena verwandelt. Fehlt dann nur noch der Anheizer in der ersten Reihe – vielleicht eine Rolle, auf die der Backofen mit „extra-massiveheat“ Automatik programmiert werden könnte?

Kurz & Knapp

Die IFA ist vor allem bunt, groß und multimedial.

Die Unterhaltungselektronik muss sich hinsichtlich der Energieeffizienz ein Beispiel an innovativen Haushaltsgeräten nehmen.

Der Haushalt kann, insofern Technikaffinität gegeben ist, wesentlich an Komfort gewinnen.

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