Effizient und effektiv arbeiten
Nicht die Arbeit, die wir erledigen, ermüdet uns, sondern die Aufgaben, die wir liegen lassen. Manchmal sind wir effizient, dabei aber wenig effektiv. Der wesentliche Unterschied besteht in der Zeilstrebigkeit.
Effizienz
Warum kann ein Faulpelz nicht effektiv, aber durchaus effizient sein und welcher wesentliche Unterschied besteht zwischen effektiv arbeiten und effizienter Arbeit?
Viele Menschen erledigen sämtliche Aufgaben, die sie sich stellen, hervorragend – sind dabei aber wenig zielführend.
Versuchsperson A – der Student – putzt in Zeiten der Masterarbeit seine Wohnung auf Platinschimmer, zum Feierabend backt Versuchsperson B – die Tochter Magarete – einen Kuchen, während der Abwasch auf später verschoben wird. Beide erledigen sie eine ihrer Aufgaben ordentlich, jedoch nicht die richtige.
Prokrastination
Das sind typische Symptome der “Prokrastination”, der “Aufschieberitis”. Es gibt viele Menschen, die sich einer wichtigen meist lästigen Aufgabe durchaus bewusst sind, diese jedoch gern aufschieben in dem sie andere vermeintlich wichtigeren Aufgaben zuerst erledigen. Natürlich glänzt die Bude und der Zupfkuchen schmeckt hervorragend, aber die wichtige Aufgabe beider Versuchspersonen ist liegen geblieben.

Überarbeitet oder unkoordiniert?
Den Versuchspersonen ist dabei kein Mangel an Effizienz nachweisbar. Sie haben vermutlich mit dem geringsten Mittelaufwand, die Aufgaben “richtig” also effizient erledigt – der Kuchen schmeckt, das WG-Zimmer ist sauber. Aber haben sie auch die “richtige” also zielführende Aufgabe erledigt?
Nein. Die Masterarbeit blieb erneut liegen, der erstklassige Abschluss wird unwahrscheinlicher. Das Geschirr im Haushalt B bleibt buchstäblich an der Mutter kleben – der Haushaltsplan nur ein guter Vorsatz.
Effektivität
Konzentration auf das Wesentliche. Es fällt vielfach schwer, eigene Ziele zu definieren – noch schwieriger, diese wirksam zu verfolgen. Wer zielführend arbeitet erledigt die – richtigen – Dinge und ist im Hinblick auf das Ziel effektiv. Werden die richtigen Aufgaben zugleich effizient erledigt, ist das optimal.
Der richtige Weg – Anleitung zur Effektivität oder Zielstrebigkeit, zum Planen und Planverfolgen oder wie man sich nicht in Nebensächlichkeiten verzettelt…
1. Schritt: Ziele formulieren – Das große Ziel kann weit in der Zukunft liegen.
- mit 55 (kinder)reich in die Rente

Friedrich Nietzsche: „Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.“
2. Schritt: Welche Ziele können Unterkategorien bilden?
- tollen Job mit 26
- 1/2 Haus mit 30
- im Alter von 32 ca. 2 Kinder
3. Schritt: Mittelfristige Ziele setzen, um “tollen Job mit 26 / Kinder mit 32″ zu erledigen
- Studium beenden
- bei Econitor bewerben
- Partys und perspektivische Beziehungsarbeit
4. Schritt: kurzfristige Ziele setzen
- Klausur mit der Note 1,5 bestehen
- Date am Samstag
5. Schritt: ANFANGEN
- nicht den Plan planen und in Nebensächlichkeiten verzetteln! Es besteht immer die Gefahr das Ziel aus den Augen zu verlieren. Natürlich können Präferenzen sich ändern, doch sollte dies bewusst geschehen.
Der Bezug zur Energie:
Der Mensch verfügt leider nur über eine begrenzte Lebenszeit, gleichbedeutend mit Energie oder natürlichen Ressourcen. Um diese Energie, Ressourcen oder Lebenszeit so effizient und effektiv wie möglich zu nutzen, sollten Ziele formuliert werden. Die Ziele schützen davor, auf Irrwegen unnötige Energie zu verschwenden.
Die schrittweisen Aufgaben zur Zielerreichung sollten mit dem geringsten Mitteleinsatz (Energie) zum bestmöglichen Ergebnis gebracht werden (Effizienz).
Gesetzt dem Fall, das „höhere Ziel“ ist vorerst die sichtbare Stromeinsparnis am Ende des laufenden Jahres, führt der effektivste Weg über die Effizienz. Logisch.
Das heißt:
Effiziente Geräte und effizienter Stromkonsum im Einzelnen, reduzierten den Stromverbrauch in der Summe effektiv.
Noch Fragen?!
Und nun die Hausaufgabe:
Ein Leben der Effizienzklasse A++ ist nicht zwangläufig ökologisch. Warum nicht?
Kurz & knapp
Die Aufgaben effizient erledigen heißt, diese richtig fertig stellen. Effizienz ist das Ergebnis der einzelnen Aufgabe in ihrem Verhältnis zum Mitteleinsatz.
Die Aufgabe effektiv erledigen, heißt zielführend zu arbeiten. Wobei natürlich ein Ziel festgelegt sein sollte. Über die Sinnhaftigkeit mancher Ziele lässt sich natürlich diskutieren.
Prokrastination ist der Hang, Aufgaben auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Prioritäten werden nicht eingehalten, unwichtige Dinge vorangestellt.
Weiterführende Links
Die Zeit – Bachelor-Tagebuch. Woche sechs: Motivation vs. Prokrastination


Mit neuer Heizungspumpe effizient ins Jahr starten
Eine Stadt macht blau – Boris Palmer 








