Bio-Lebensmittel – das Obst von nebenan

Bio-Lebensmittel - das Obst von nebenan Ein Sprichwort besagt "Man ist, was man isst" - also lieber Qualität statt Quantität in unsere Mägen! Bio-Produkte gibt es in allen Supermärkten und Ernährungsbewusste erhalten saisonale Produkte der Region bequem per Haustür-Lieferservice. Trotzdem wählen viele Konsumenten billigere "konventionelle" Lebensmittel.

 

Klimaschonend essen?  Wer klimaschonend isst, muss nicht auf Vielfältigkeit verzichten. Im Gegenteil, er kann mehr genießen. Wer hat nicht im Winter voller Erwartung mal in eine riesige Tomate gebissen, die dann eher schmeckte wie Gurke mit der Konsistenz eines mehligen Apfels?

Weite Transportwege, lange Lagerzeiten, kaum Sonnenlicht und verkürzte Reifephasen wirken sich oft negativ auf den Geschmack und die Konsistenz von Obst und Gemüse aus. Gleichzeitig verbrauchen konventionelle und extensive Anbaumethoden inklusive Logistik mehr Energie als nachhaltige, ökologische Landwirtschaft.

Qualität braucht ihre Zeit

Nur mit viel Sonne werden Erdbeeren richtig süß...

Nur mit viel Sonne werden Erdbeeren richtig süß...

Während aus fernen Gebieten in Massen importierte Nahrungsmittel häufig Qualitätsmängel aufweisen, belasten zusätzliche CO2-Emissionen des weiten Transportes oder aufwendig beheizte Gewächshäuser das Klima. Früchte reifen unter künstlichem Licht und Chemikalieneinsatz. Für den Transport  garantieren energieintensive Kühlsysteme den Frischegrad der Ladung bei Auslieferung.

Obst und Gemüse aus ökologischem Landbau oder Produkte der Region gelangen meist in kürzester Zeit von der Staude auf den Teller. Erdbeeren werden beispielsweise morgens gepflückt und landen wenige Stunden später im Verkaufsstand. Der Geschmack und die Haltbarkeit sind den höheren Preis oft wert, ähnliches gilt für auch für den beliebten Spargel und viele andere regionale Produkte.

Fleischproduktion und Treibhausgasemission

Die Viehwirtschaft ist ein großer Emittent klimaschädlicher Treibhausgase. Mit einem Anteil von 18% der weltweiten Treibhausgasemissionen ist der Handlungsbedarf enorm. Die Wiederkäuer produzieren Methan und aus gelagertem Dung entweicht zusätzlich Lachgas. Auch hierzulande entfällt ein Großteil der Treibhausgasemissionen auf die Erzeugung tierischer Nahrungsmittel (nahezu 44%).

Qualitätsstandards für Bio-Produkte

Seit 2001 kennzeichnet das staatliche Bio-Gütesiegel Produkte aus einer ökologischen Produktion und artgerechten Tierhaltung. Dazu müssen mindestens 95% der Zutaten für das verkaufte Produkt landwirtschaftlichen Ursprungs sein.

Frida Feliz im Moosbett

Frida Feliz im Moosbett

Ökologischer Landbau verzichtet auf Gentechnik und verwendete Zusatzstoffe sind deutlich reduziert. Weder mineralischer Stickstoffdünger noch synthetische Pflanzendünger werden benutzt.

Der ökologische Anbau und die nachhaltige Viehaltung erfolgen im Idealfall boden-, luft-, wasser- und ressourcenschonend sowie energiesparend.

Dies bedeutet natürlich einen höheren Arbeitsaufwand, aber auch mehr Qualität statt Quantität, denn die Kuh Frida bspw. produziert weniger Milch als die immer junge Hochleistungskuh 3461 in Zelle 14a. Außerdem schmeckt Fridas Familie viel besser.

Gütesiegel

Das neue EU-Gütesiegel steht in der Kritik, bewährte Qualitätsstandards zu verwässern. Geringere Qualitätsansprüche an die Erzeugung “ökologischer” Lebensmittel gefährden die ohnehin meist knappen Einnahmen qualitätsbewusster Bauernhöfe. Produkte minderer Qualität treten in Konkurrenz zu echtem ökologische Anbau. Lebensmittelprodukte, die nur mit dem EU-Bio-Label beworben werden, können dem Verbraucher “sauer” aufstoßen.

Zwar unterliegt das EU-Siegel einem vertretbaren Grundgedanken, wenn es chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel zulässt. Die Verordnungen sind jedoch so genannte Auslegungssache, das heißt bergen die Möglichkeit, sie zum eigenen Vorteil zu nutzten. Auch gentechnische Verunreinigungen sind bis zu einem bestimmten Grad zulässig.

Bewährte Qualitätslabel für ökologische Produkte bleiben weiterhin bestehen. Dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) genügen die EU-Standards nicht. Nach wie vor setzen die Richtlinien der deutschen Bio-Verbände den Maßstab für die Bio-Qualität.

Gibt es preiswertes Bio?

Natürlich gibt es preiswerte Bio-Lebensmittel. Man ist, was man isst. Wer möchte da “billig” essen? Billig ist Bio natürlich nicht, aber ein Bioprodukt ist seinen Preis wert.

Bio aus der Region

Bio aus der Region

Ein Vergleich verschiedener Biomärkte kann Aufschluss darüber geben, welches Angebot wo günstiger ist. Discounter bieten ebenfalls Bio- und Regionalprodukte an, zumeist in einer Verkaufseinheit angeordnet.

Wie ökologisch sind Bioprodukte aus dem Ausland? Auch im Ausland gibt es viele Biobauernhöfe, dort werden die EU-Standards eingehalten, doch der Transportweg sollte bei Bioprodukten bspw. aus dem Mittelmeerraum nicht außer Acht gelassen werden.

Saisonale Kalender für regionale Produkte verteilen die Verbraucherzentralen, oder Biomärkte u.v.m. Ein Beispiel bieten wir in der Linksammlung an.

Du bist “Öko”? – Ja, na und?!

... deshalb lieber bio!

... deshalb lieber bio!

Manchmal werden Käufer der Bioprodukte belächelt. Paranoia, Gesundheitswahn, ein Hang zu langen Haaren und ein ambivalentes Verhältnis zur Rasur, Militanz, morgendliches Yoga, romantische Softis, übertriebene Tierliebe – alles Vorurteile.

Der Ein oder Andere Bio-Käufer wird sicherlich eine dieser Eigenschaften, vielleicht auch alle an den Tag legen – das Gros ist einfach für Qualität und Genuss sensibilisiert worden, denn Bio ist Genuss! Und für viele Bio-Konsumenten sind Bio-Produkte Lebens- oder Genussmittel und nicht nur für die reine Nahrungsaufnahme.

Kurz & knapp

Bioprodukte aus nachhaltiger Landwirtschaft sind bezüglich ihres Geschmacks und Vitamingehaltes hochwertiger und nicht mit Chemikalien belastet.

Oberste Ziel ist, Ökolandbau insgesamt ökologisch zu gestalten. Die Ökobilanz für den gesamten Produktionsprozess muss positiv sein.

Weiterführende Links

Was wir essen – Alles über Lebensmittel

Stern.de – Saisonkalender für Obst und Gemüse

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbaucherschutz : Bio – was heißt das?

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