Die erste Woche der Weltklimakonferenz – Gemischte Gefühle in Kopenhagen

Die erste Woche der Weltklimakonferenz – Gemischte Gefühle in Kopenhagen Der Weltklimagipfel in der dänischen Hauptstadt ist in vollem Gange, die Erwartungen sind hoch. Werden bald endlich konkrete Ziele zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen beschlossen und damit der Klimawandel gestoppt? Über die Stimmung in Kopenhagen berichtet Manuela Kronen für Econitor.

 
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NGO bei der Klimakonferenz in Kopenhagen

13. Dezember 2009. Das „Bella Center“ in Kopenhagen ist von stabilen Bauzäunen umringt, und auch ansonsten sieht Skandinaviens größtes Konferenz- und Ausstellungszentrum nicht so aus, als würde dort gerade der 15. Weltklimagipfel stattfinden.

Vor einer Woche betrat ich zum ersten Mal den Ort, an dem in den kommenden Tagen darüber entschieden wird, wie die internationale Klima-Zusammenarbeit ab 2012 aussieht, nachdem das derzeit geltende Kyoto-Protokoll ausgelaufen ist. Hinter der Sicherheitsschleuse  bietet sich mir täglich ein netter Anblick, der mich den Ernst der Klimaverhandlungen einen Moment lang vergessen lässt: Auf dem Treffplatz im Eingangsbereich präsentieren unterschiedliche Organisationen an rund hundert Ständen ihre Zielsetzungen und Projekte auf einladenden Plakaten und Flyern – aber nicht nur das: Vor ein paar Tagen ging dort ein oranger Schal kostenlos in meinen Besitz über und seitdem begleitet mich der darauf zu lesende Slogan „Survival is not negotiable“.

Worum geht es konkret bei der Klimakonferenz?

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Kreativer Protest in Kopenhagen

Die Teilnehmer der Konferenz sind zum einen die Umweltminister und Unterhändler von 193 Ländern. Darüber hinaus stellen Nichtregierungs-organisationen, Journalisten sowie UNO-Beobachter einen beachtlichen Anteil der Besucher, welche wie die politischen Akteure auch den Marathon zwischen Verhandlungssälen, Konferenzräumen, Cafeteria und Sofaecken auf sich nehmen.

Der Ausweis, der um meinen Hals baumelt, identifiziert mich als Mitglied einer NGO. Meine Aufgabe auf dieser Konferenz besteht darin, für einen schwedischen Jugendblog (www.CoolaNer.nu) zu schreiben und dem schwedischen „Negotiator Tracker“ (www.adoptanegotiator.org) unter die Arme zu greifen. Wir sind beide Teil der internationalen Jugendklimabewegung (www.youthclimate.org), welche die Unterhändler täglich an ihre Verantwortung hinsichtlich der jungen und kommenden Generationen aller Länder erinnert.

Ein Rückgang der Treibhausgas-Emissionen um vierzig Prozent bis 2020 verglichen mit Werten von 1990 in der EU, das hält eine Mehrheit der Klimawissenschaftler für notwendig. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die Erderwärmung auf 1,5° C zu begrenzen und das Erreichen dieses Grenzwertes entscheidet über den Fortbestand der pazifischen Inselstaaten: Er gilt als absolute Obergrenze, ansonsten werden die Auswirkungen des Klimawandels dort so verheerend sein, dass eine Umsiedlung der Bevölkerung notwendig ist.

Ein Erfolg lässt noch auf sich warten – Was bisher geschah

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Klima-Aktivist im Bella Center

Nun, was ist passiert, seitdem ich zum ersten Mal meinen Fuß ins Bella Center setzte? Bisher auf politischer Ebene noch nicht viel.
Man kann von Ignoranz oder Zynismus reden, solange die Europäische Union an ihrem Ziel festhält, ihre Treibhausgas-Emissionen um nicht mehr als zwanzig Prozent zu reduzieren und als maximalen globalen Temperaturanstieg 2°C definiert.

Die EU sieht ihre Zielsetzung als einen Teil ihrer Verhandlungsstrategie, aber ob sich diese für durch den Klimawandel existentiell bedrohte Länder als hilfreich erweisen wird, ist zweifelhaft. Schon jetzt sind an den Küsten der pazifischen Inselstaaten wie Fiji, Tuvalu und Kiribati deutliche Veränderungen sichtbar: Wie mir ein Jugendvertreter des Project Survival Pacific (http://youthprojectsurvival.org/) im Rahmen eines Interviews berichtete, steigt das Meerwasser dort bereits heute in solchem Maße, dass Taro-Felder versalzen, die hierdurch unbrauchbar werden. Damit fällt die Ernte des begehrten Knollengemüses, das ein traditionelles Nahrungsmittel darstellt, immer knapper aus.
Schon in wenigen Jahren könnte dies nur eines der vielen existentiellen Probleme jener Inselstaaten sein, die durch den Klimawandel verursacht worden sind.

Noch sind im Rahmen der Verhandlungen in Kopenhagen keine Ziele beschlossen worden, mit dem das Überleben aller Staaten weltweit gesichert wäre. Was als Zielsetzung eigentlich selbstverständlich sein müsste, wurde bisher bei den langwierigen Verhandlungen noch nicht erbracht. Mit dem Appell von Ivo de Boer, dem oberster Chef-Verhandler der Vereinten Nationen, am 12. Dezember („Wir brauchen mehr als Absichten, wir brauchen Handlung“), starten wir in die zweite Woche der Verhandlungen und hoffen, dass diese eine Kettenreaktion notwendiger Schritte mit sich bringt. Am Ende könnte der Weltklimagipfel wirklich ein Optimismus verbreitendes Treffen werden, wenn alle Delegierten sich einen orangen Schal um den Hals wickeln und vereint die Botschaft vorzeigen: „Survival is not negotiable“.

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  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von jo bucher, Econitor GmbH erwähnt. Econitor GmbH sagte: Persönliche Eindrücke nach 1. Woche #Klimakonferenz: Gemischte Gefühle in #Kopenhagen http://bit.ly/8tcXaZ #cop15 #savetheclimate [...]

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