Hintergrund zu Econitor
Der Unmut über den Anstieg der Energiekosten, gleichzeitig eine größere Bereitschaft zum Umweltschutz und der Wunsch nach mehr Wohnkomfort sind drei sehr aktuelle Verbrauchertrends.
Kostenkontrolle & Energieeffizienz
Steigende Energiekosten spiegeln sich in den Ausgaben für Wohnenergie wider (neben Strom sind dies Gas, flüssige und feste Brennstoffe oder Fernwärme). In deutschen Privathaushalten verteuerten sich diese Ausgaben zwischen den Jahren 2000 und 2007 um 50 Prozent. Die Menge der insgesamt verbrauchten Energie blieb jedoch nahezu konstant.
Die Kosten für Strom erhöhten sich besonders. Im Zeitraum 2000 bis 2007 stiegen diese um bis zu 70 Prozent, wovon rund 37 Prozent auf einen direkten Preisanstieg zurückzuführen sind. Der Stromverbrauch nahm gleichwohl zu, denn in Privathaushalten sind heute weitaus mehr elektrische Geräte in Betrieb, als noch im Jahr 2000. Für die nächsten sechs Jahre wird ein weiterer Strompreisanstieg von 22 Prozent prognostiziert.
Es verwundert daher nicht, dass angesichts der hohen Energiepreise bereits heute zwei Drittel der Deutschen vorhaben, ihren Verbrauch zu senken und damit Kosten einzusparen. Darum wächst einerseits das Bedürfnis nach energiesparenden Produkten und andererseits der Wunsch, detailliert und zeitnah Informationen zum eigenen Energieverbrauch abrufen zu können.
Umweltschutz & Information
Mit stärkerem Bewusstsein für den Klimawandel wächst auch die Bereitschaft, durch eigenes Verhalten zum Umweltschutz beizutragen. So erklären bereits 80 Prozent der Deutschen, sich mehr für die Umwelt einsetzen zu wollen. Allerdings knüpfen 61 Prozent der Befragten ihren Beitrag an die Bedingung, ihren Lebensstandard dadurch nicht einschränken zu müssen.
Ein Drittel der Deutschen würde die Aussage „Um Energie zu sparen, müssen wir Gewohnheiten im Alltag ändern“ unterscheiben. Doch rund 75 Prozent der Befragten kennen den Stromverbrauch im eigenen Haushalt nicht und nur 11 Prozent können die eigenen Energiekosten korrekt benennen. Das Wissen über eigenen Energieverbrauch kann daher durchaus als „mangelhaft“ bewertet werden.
Der Wunsch nach Informationen und konkreten Hinweisen ist jedoch sehr hoch: So sind an Informationen zum „Energiesparen im Haushalt“ 54 Prozent der Deutschen „sehr interessiert“, für weitere 39 Prozent gelten diese als „eher interessant“.
Wohnkomfort & Energiemanagement
Der Wunsch nach mehr Komfort im Haushalt wird sowohl durch die größere Ausstattung mit elektrischen Geräten als auch durch die verstärkte Nutzung von Informationstechnologien zur Organisation des täglichen Lebens ausgedrückt. Informationsdienste wie Google und Kommunikationsgeräte wie das iPhone ermöglichen den Zugriff auf Wissensdatenbanken – zu jederzeit, an nahezu jedem Ort. Die Verknüpfung vorhandener Informationstechnologien mit dem Haushalt wird in Ansätzen bereits genutzt („der einkaufende Kühlschrank“). Doch insbesondere für das Energiemanagement im Haushalt stehen kaum innovative Produkte bereit.
Medienwirksame Pilotprojekte sogenannter „vernetzter Häuser“ oder „smart homes“ stärken den Wunsch nach unsichtbarer und unaufdringlicher Technik zur Hausautomatisierung und Verbrauchskontrolle. Umfragen zeigen diebezüglich, dass bereits 38 Prozent der Deutschen „Steuerungssysteme in der Wohnung“ gebrauchen könnten.
Econitor für Gewerbetreibende
Gewerbetreibende plagen ähnliche Probleme wie Privathaushalte: Auch sie leider unter steigenden Energiekosten, der Komplexität der Themen „Energie“ und „Energiesparen“, mangelnder Kostentransparenz und einem steigenden gesellschaftlichen Druck, sich nachhaltig zu verhalten und dies auch belegen zu können. Verschärft wird die Situation noch durch einen verstärkten Wettbewerb bei steigenden Kosten sowie Kürzungen und Sparprogramme, durch die keine freien Ressourcen (Mitarbeiter / Management / Zeit / Finanzen) mehr für ein aktives Umwelt- / Energie(kosten)management zur Verfügung stehen.
Ein weiteres Problem stellt die Tatsache dar, dass der Kostenverursacher in Gewerben meist nicht der Kostenträger ist, wodurch ein Bewusstsein dafür fehlt, dass der Einzelne täglich Einfluss auf die Unternehmenssituation nimmt bzw. nehmen kann. Und wie bei privaten Verbrauchern auch, schöpfen nur die wenigsten kleinen und mittleren Unternehmen ihr Energiesparpotential wirklich aus.
